+++ Windpark oberhalb Hedemündens voraussichtlich gescheitert +++

Die HNA berichtet in ihrer Ausgabe vom 31. Mai 2007 darüber, dass der bei Ellerode geplante Windpark aus dem Regionalplan genommen werden soll und das Vorhaben damit vor dem Aus steht:

"Es war am Mittwoch kurz nach 19 Uhr, als im Saal des Witzenhäuser Rathauses unvermittelt Beifall aufbrandete: Beklatscht wurde das Aus für den geplanten Windpark unweit der Autobahn 7 bei Ellerode.

Aufgrund einer Vielzahl von Einwendungen und Protesten hat sich das Regierungspräsidium Kassel entschlossen, den Standort Ellerode aus dem Entwurf des Regionalplanes wieder herauszunehmen. Das will Abteilungsleiter Wolfgang Kaivers der Regionalversammlung empfehlen, und er ist sich zu 99,9 Prozent sicher, dass der Zentralausschuss dem Vorschlag am 21. Juni folgen wird.

Damit dürfte das Konzept für den umstrittenen Bau von Windrädern im Nordwesten des Werra-Meißner-Kreises durchkreuzt sein. Das Unternehmen Enercon, das Träger des Vorhabens ist, hat zwar die Möglichkeit, nach dem zweiten Beratungsdurchlauf des Planes gegen die Herausnahme zu klagen. Die Erfolgsaussichten sind aber eher gering, wie bei einer Bürgerinformationsveranstaltung am Mittwochabend deutlich wurde. Enercon hat einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt. Weil das Planungsziel nicht zu erreichen sei, so der Leiter der Bauverwaltung, Bernd Westermann, sei der Vertrag hinfällig. Welche Schlussfolgerungen das Unternehmen daraus ziehen wird, bleibe abzuwarten.

Geplanter Windpark bei Ellerode
Kostbare Seltenheit: ein Rotmilan, Vogel des Jahres 2000. Das war's: Aus den Windrädern wurde ein Windei. Darüber werden sich nicht nur die Einwohner von Oberode und Hedemünden (im Bild) freuen.
(Text- und Bildquelle: HNA)

Sollten die städtischen Gremien den Standort Ellerode in einem geänderten Flächennutzungsplan vorsehen, so wäre das Werk laut RP nicht genehmigungsfähig.

Bürgermeisterin Angela Fischer war nach der Mitteilung von Kaivers erleichtert, dass man nun Klarheit über die Position des RP habe. Das Antragsverfahren werde ordnungsgemäß zu Ende geführt, es gebe aber keinen Zeitdruck. Der Regionalplan soll in der zweiten Jahreshälfte 2008 in Kraft treten.

Fischer an die Adresse von Kaivers: 'Sie haben uns eine Last genommen.'

Ein Katalog von Argumenten der Windpark-Gegner wurde bei der naturschutzfachlichen Beurteilung übernommen: Dazu gehören die Störung des Landschaftsbildes, die Beeinträchtigung der Anwohner der umliegenden Ortschaften durch Schattenwurf und Lärm, der Schutz des Ensembles von Schloss Berlepsch, aber auch die Nähe eines FFH-Gebietes jenseits der Landesgrenze im Altkreis Münden.

Und schließlich seien auch die Interessen des Naturparkes Münden berührt. Kaivers ließ aber keinen Zweifel daran, dass der festgestellte Horst des europaweit seltenen Roten Milans den Ausschlag für die Entscheidung des RP gegeben hat. Sein Vorkommen war erst bekannt geworden, als der Regionalplan-Entwurf schon in Arbeit war."

Quellen: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 31.05.2007

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