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+++ Ausführlicher Bericht über den römischen Legionärsdolch +++
Die HNA berichtet im Niedersachsen-Teil ihrer Online-Ausgabe vom 27. April 2007 über den Fund eines römischen Legionäsdolches, den Kreisarchäologe Dr. Klaus Grote am Freitag der Presse präsentierte (siehe auch Meldungen vom 24. April und 27. April 2007):
"Das für Niedersachsen einzigartige Fundstück fasst Göttingens Kreisarchäologe Dr. Klaus Grote nur mit weißen Handschuhen an: Den römischen Legionärsdolch fand er im vergangenen November in der Nähe des schon seit etwas längerem bekannten römischen Stützpunktes bei Hedemünden (Kreis Göttingen).
'Ich habe das Stück erst für einen Dolch aus dem Mittelalter gehalten, und beinahe wäre es nur beim Griff mit einem kleinen Teil der Klinge geblieben', berichtete er gestern, als er gemeinsam mit Göttingens Landrat Reinhard Schermann den Dolch erstmals öffentlich präsentierte.

Seltenes Fundstück: Kreisarchäologe Klaus Grote präsentiert den römischen Legionärsdolch,
der 2000 Jahre alt ist (Text- und Bildquelle: HNA) |
Grote bekommt heute noch leuchtende Augen, wenn er von seinem Fund erzählt. 'Der Restaurator machte mich darauf aufmerksam, dass die Bruchstelle frisch ist. Daraufhin habe ich an derselben Stelle noch mal gegraben.'
Er fand tatsächlich das zur Bruchstelle passende Stück. Beide aus Eisen bestehenden Teile waren völlig verrostet und auf den ersten Blick kaum als Waffe zu erkennen. Der Restaurator machte daraus in mühevoller Kleinarbeit den kompletten Dolch.
Möglich wurde der Fund durch die Vorarbeit des Geographen Dr. Eckart Schröder, der Marschwege im Bereich von Hedemünden nachwies. Inzwischen haben die Archäologen auch zwei Außenposten nördlich und südlich des Römerlagers ausgemacht. Die Marschwege untersuchte Grote dann mit einem Metalldetektor. Er fand nicht nur den Dolch, sondern auch eine Vielzahl von Sandalennägeln der römischen Legionäre und zwei Vorposten des Lagers. Um keine Raubgräber anzulocken, machen die Archäologen derzeit noch keine näheren Ortsangaben.
Der Dolch stammt aus der Zeit um Christi Geburt, er ist rund 2000 Jahre alt. Der so genannte pugio gehörte neben dem Kurzschwert gladius und dem Wurfspeer pilum zur Standardausrüstung der römischen Legionäre und wurde in einer Scheide am Gürtel getragen. 'Von der Scheide, die wahrscheinlich reicht verziert war, ist jedoch keine Spur zu finden. Vielleicht hat ein Soldat den Dolch verloren', sagte Grote gestern.
Die Waffe selbst ist 29 Zentimeter lang. Die Schneidklingen verlaufen geschwungen, auf beiden Seiten befindet sich eine plastische Mittelrippe mit vertieften Blutrinnen. Der Griff besitzt einen Mittelknoten, einen Endknauf und zur Klinge hin eine Parierstange. Die Außenhülle aus verziertem Messing-Pressblech war nur noch in geringen Resten erhalten.
Vergleichbare Funde gibt es unter anderem aus Xanten, Haltern, Köln und Mainz.
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