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+++ Portrait des Hedemündener Ortsbürgermeisters Udo Bethke +++
Die HNA berichtet in ihrer Ausgabe vom 2. Februar 2007 unter der Überschrift "Zuhören und vermitteln" über die Aufgaben und Funktionen eines Ortsbürgermeisters und erklärt am Beispiel des Hedemündeners Udo Bethke die vielfältigen Inhalte dieser ehrenamtlichen Funktion:
"Wenn Udo Bethke (63) zu Fuß unterwegs durch seinen Heimatort Hedemünden ist, dann wird er oft angesprochen. Weniger als Privatmann, mehr als Funktionsträger. Bethke ist Ortsbürgermeister. Wenn irgend etwas nicht so läuft wie es soll – Bethke weiß fast immer Rat. Und weil er, von einer dreijährigen Pause abgesehen, seit 1986 dieses Amt inne hat, kennt er sich aus, weiß, wo anzusetzen ist, um die Bürger zu besänftigen.
Probleme lösen kann er selbst nur in beschränktem Maße, dafür hat er als Ortsbürgermeister zu wenig Kompetenzen. 'Ich verstehe mich als Mädchen für alles', sagt er, 'manchmal auch als Prellbock zwischen den politischen Vertretern und der Bevölkerung.'

Immer im Dienst: Ortsbürgermeister Udo Bethke (zweiter von rechts) beim Plausch im Kiosk von
Olaf Keiner (links). Albert Hoffmeister (rechts) erfährt Neuigkeiten, Bäckermeister und Ortsbrandmeister Achim Spangerberg gönnt sich ein Päuschen. (Text- und Bildquelle: HNA) |
Gewiss, Bethke ist auch Politiker, aber nicht nur das. Sein Verständnis von seinem Ehrenamt zielt in eine etwas andere Richtung. Er will Motivator sein für die örtlichen Vereine und für die ehrenamtlich Tätigen, mit ihrem Engagement will er sie bei der Stange halten. Denn ohne sie, daran lässt er keinen Zweifel, wäre es um das Gemeinschaftsleben schlecht bestellt. Das weiß Bethke aus eigener Erfahrung, denn schließlich steht auch er einem Verein vor – dem MTV, mit 440 Mitgliedern der größte Verein im Ort.
Im Vergleich zu einigen seiner Kolleginnen und Kollegen, die ausschließlich Ortsbürgermeister sind, hat Bethke einen großen Informationsvorsprung: Er ist nämlich auch Mitglied im Mündener Stadtrat, zudem stellvertretender Ratsvorsitzender, kennt also die Zusammenhänge, noch bevor sie im Ortsrat diskutiert werden.
Damit sich die Mitglieder dieses Gremiums schon zuvor mit einer bestimmten Materie vertraut machen können, setzt er als Ortsbürgermeister bei Bedarf nichtöffentliche Arbeitssitzungen an. Hier kann jeder frei von der Leber seine Ansichten vortragen und nachhaken. Am Schluss wird sich meist jeder eine eigene Meinung zu einem Thema gebildet haben.
In der öffentlichen Ortsratssitzung fungiert der Ortsbürgermeister als Vorsitzender. Er leitet die Zusammenkünfte aus neutraler Position und sorgt dafür, dass jeder ausreichend zu Wort kommt. Er achtet aber auch darauf, dass die Sitzung nicht zu einer Plauderstunde verkommt. Streng nach Tagesordnung wird debattiert und werden Beschlüsse gefasst, die aber meist nichts weiter als Empfehlungen sind. Der Mündener Stadtrat und seine Gremien nehmen sie zwar meist zustimmend zur Kenntnis, sie könnten sich aber auch durchaus darüber hinwegsetzen.
Und damit es Bethke in seinem Amt nicht langweilig wird, besucht er zudem auch noch Geburtstagskinder, gratuliert bei Firmenjubiläen und mischt sich überall dort ein, wo Hedemündener Belange tangiert sein könnten."
Der Hedemündener Ortsrat |