+++ Römerlager Schwerpunkt im Jahresbericht 2006 der Kreisdenkmalpflege +++

Die HNA berichtet in ihrer Ausgabe vom 30. Januar 2007 über den von Kreisdenkmalpfleger Dr. Klaus Grote vorgelegten Jahresbericht 2006, in dem das Hedemündener Römerlager den Schwerpunkt bildet:

"Schon seit 1998 wird weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit im Sudholz auf dem Burgberg, knapp zwei Kilometer westlich von Hedemünden, geforscht. Von Jahr zu Jahr werden die Bemühungen der Archäologen intensiver. Dann, 2004, war es soweit. Dr. Klaus Grote, Archäologischer Denkmalpfleger des Landkreises Göttingen, lässt die Katze aus dem Sack: Das erste Römerlager in Niedersachsen wurde entdeckt.

Bis heute bestimmt dieses Projekt die Arbeit der Kreisdenkmalpflege. Das lässt sich auch aus dem jetzt vorgelegten Jahresbericht entnehmen.

Kreisdenkmalpfleger Dr. Klaus Grote mit Besuchergruppe im Hedemündener Römerlager
Attraktivität lässt nicht nach: Kreisdenkmalpfleger Dr. Klaus Grote (Mitte) führte auch im vergangenen Jahr wieder Wissenschaftler und interessierte Besucher durch das Hedemündener Römerlager.
Text- und Bildquelle: HNA

Es ist nicht nur das überregionale Interesse von Archäologen, Denkmalpfleger und Wissenschaftlern des Fachbereichs Alte Geschichte, die Grote und seine Helfer beanspruchen. 23 mal traf er sich im Vorjahr mit ihnen vor Ort, um deren Wissensdurst zu stillen. Auch einfache Bürger aus ganz Deutschland zieht es immer häufiger auf den Burgberg, weshalb inzwischen schon sieben Touristikführer ausgebildet wurden.

Im übrigen ist das Römerlager bereits in zwei mehrteiligen Fernsehproduktionen einbezogen; und zwar in Geschichtsdokumentationen über die Germanen (WDR) und über die Geschichte Norddeutschlands (NDR).

Neben dieser öffentlichkeitswirksamen Arbeit kam im Vorjahr die Forschung nicht zu kurz. Auch nach Jahren entdecken die Archäologen noch immer Neues. So sind zahlreiche eiserne Waffenteile dazugekommen, darunter Tüllenlanzen- und Katapultbolzenspitzen, eine Schildfessel, Zeltheringe sowie Baubeschläge. Zahlreich sind die typischen Beschlagnägel der Legionärssandalen. Funde aus Buntmetall waren eher seltener.

Große Flächen eines einstigen Lagers wurden im Vorjahr mit der Magnetometerprospektion unter die Lupe genommen. Dabei handelt es sich um eine zerstörungsfreie Methode zur Untersuchung des Untergrundes, wobei ehemalige und längst eingeebnete Eingriffe im Boden erkannt werden.

Bei neun erfolgten Probegrabungen ging es vorrangig um neue Erkenntnisse zu künstlich verlegten Steinblöcken. 'Es gelang mehrfach', so stellte Dr. Grote fest, ' über zusätzliche Steinverkeilungen der eingegrabenen Steinblöcke und darin eingelagerte römische Kleinfunde, vor allem Sandalennägel, die anthropogene (von Menschen hergestellte, Red.) Herrichtung zu belegen'. In einem Fall konnte dicht unter der Oberfläche eine Feuerstelle freigelegt werden.

Eine aufgefundene kompakte Steinschüttung könnte eine Grabanlage gewesen sein. Allerdings fehlen sichere Anhaltspunkte, wie eine eventuelle Urne oder Leichenbrand.

Dass das Römerlager über den Burgberg hinaus ausstrahlt, belegen die Forschungsergebnisse. So wurden im Vorjahr erstmals in mehreren Kilometern Abstand Hinweise auf die römischen Legionsmarschwege gefunden, und zwar südwestlich in Richtung Kassel/Nordhessen sowie nordöstlich in Richtung Göttingen/südliches Leinetal.

Eines macht Dr. Grote zunehmend Sorge: die illegale Raubgräberei mit Hilfe von Metallsonden. Auch im Römerlager Hedemünden waren sie im Vorjahr zugange. In einem Fall konnte der Täter ermittelt werden. Dieser hatte sich die mittelalterliche Burgruine Bramburg oberhalb von Hemeln ausgesucht. Eine Hausdurchsuchung überführte ihn. Allerdings stellte das Gericht das Verfahren gegen Geldauflage ein."


Ausführliche Informationen über das Römerlager
Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 30.01.2007

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