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+++ Reste von festen Bauwerken im Römerlager entdeckt +++
Verschiedene Medien wie Die Welt, n-tv, Deutsche Welle und Berliner Morgenpost berichten am 29./30. Januar 2007 über neue Ausgrabungen im Hedemündener Römerlager, die nahelegen, dass das Lager größer war als bisher angenommen und feste Bauwerke enthielt:
"Auf dem Gelände haben Tausende Legionäre Unterkunft gefunden: Das Lager bei Hedemünden im Kreis Göttingen gilt als eines der größten in Deutschland und diente vor rund 2000 Jahren als Ausgangspunkt für Feldzüge. Nun haben Forscher dort zwei riesige Bauten und bisher unbekannte Marschwege gefunden.
Auf dem Gelände des ehemaligen Römerlagers bei Hedemünden im Kreis Göttingen müssen sich riesige Holzbauwerke befunden haben. Mit Hilfe einer speziellen Untersuchungsmethode seien die Grundrisse zweier 1300 und 1600 Quadratmeter großer Fachwerkbauten entdeckt worden, sagte der Göttinger Kreisarchäologe Klaus Grote am Montag. Außerdem fanden die Forscher in mehreren Kilometern Entfernung vom Lagergelände erstmals konkrete Hinweise auf die Marschwege der Legionäre sowie erneut zahlreiche Metallgegenstände.
Die Grundrisse der beiden Bauwerke seien mit Hilfe der so genannten Magnetometer-Prospektion entdeckt worden, sagte Grote. Der größere Bau hatte Ausmaße von 40 mal 40 Metern. Er lag auf einem erhöhten Platz. „Vermutlich diente er repräsentativen Zwecken“. Der andere 20 mal 65 Meter große Bau befand sich direkt vor einem Befestigungswall. Vermutlich habe es sich um ein Verwaltungsgebäude gehandelt. Probegrabungen hätten bestätigt, dass beide Gebäude aus römischer Zeit stammten.
Die jetzt lokalisierten ehemaligen Marschwege der Legionäre befinden sich nach Grotes Angaben jeweils einige Kilometer vom Lager entfernt. Mit Hilfe von Metalldetektoren entdeckten die Archäologen an den Abschnitten zahlreich Metallteile, darunter auch einen fast vollständigen typischen Legionärsdolch sowie die Riemenschnalle eines römischen Schienenpanzers.
Auch im Lager selbst seien im vergangenen Jahr wieder zahlreiche wertvolle Gegenstände aus Metall aus der Erde gegraben worden, sagte Grote. Darunter seien römische Werkzeuge, Waffen und Waffenteile, Schmuckstücke und Münzen sowie Sandalennägel, mit denen das Schuhwerk der römischen Soldaten zusammen gehalten wurde.
Die Grabungsstelle bei Hedemünden gilt als das größte und am besten erhaltene Römerlager in Deutschland aus der Zeit des Kaisers Augustus (27 v.-14 n.Chr.). Das Gebiet des heutigen Landkreises Göttingen war für den römischen Feldherrn Drusus die Ausgangsstation für seine Eroberungsfeldzüge Richtung Elbe. Das insgesamt 25 Hektar große Feldlager bot Platz für Tausende von Legionären. Die wissenschaftliche Erforschung der Anlage wird nach Grotes Einschätzung noch mehrere Jahrzehnte dauern.
Ausführliche Informationen über das Römerlager |