+++ LKW-Verkehr verursacht Schäden im Wohngebiet +++

Die HNA berichtet in ihrer Ausgabe vom 22. Januar 2007 über LKW-Verkehre in einem Hedemündener Wohngebiet, die bereits mehrfach Beschädigungen verursacht haben:

"Wer in Hedemünden schon einmal durch die Breslauer Straße gefahren ist, weiß, wie eng es dort ist. Dass an dieser Stelle Sattelschlepper durchpassen – kaum zu glauben, aber wahr. Ernst Polej und Markus Kreuz können ein Lied davon singen. Schon mehrmals haben lange Lastzüge mit ihren Anhängern die Grundstücksmauern der beiden Nachbarn beschädigt. Und das in einem Wohngebiet, in dem Lastwagen eigentlich gar nicht fahren dürfen.

Eigentlich. Die Realität sieht anders aus. 'Es ist fast jeden Tag dasselbe', sagt Ernst Polej. 'Die Laster kommen aus der Danziger Straße', sagt er. 'Von dort biegen sie rechts in die Breslauer Straße ein und fahren dann links in die Ostlandstraße.' Zwei Kurven in einem kleinen Wohngebiet – Milimeterarbeit für die Kraftfahrer. Doch die nehmen es nicht immer so genau. In den vergangenen Monaten hat es zehnmal gekracht – und fast immer sind Ernst Polej und Markus Kreuz betroffen. Ihre Häuser stehen direkt auf einem Eckgrundstück, dort, wo die Lastwagen um die Kurve fahren.

Zurück bleiben beschädigte Mauern. Und verärgerte Hedemündener 'Das kostet viel Geld', sagt Ernst Polej. Er zeigt mehrere Rechnungen, bis zu 500 Euro hoch. Rechnungen, auf denen Polej sitzen bleibt – wenn er Pech hat. 'Viele Unfälle passieren spät abends', sagt er genervt. 'Die meisten Fahrer hauen dann einfach ab, hat ja keiner gesehen.' Vom Fahrer keine Spur, nur der Schaden bleibt.

Aber warum fahren eigentlich so viele Sattelschlepper durch das Hedemündener Wohngebiet? 'Schuld daran ist die unzureichende Beschilderung', sagt Ortsbürgermeister Udo Bethke. Wer von der Autobahn komme, verpassse schnell die Zufahrt zum Gewerbegebiet Kirchweg. Dann lande er im Ortskern. Viele fahren auch in den Kreisverkehr und biegen die erste Abfahrt ab. Das ist jedoch falsch. Die Zufahrt zum Gewerbegebiet liegt vor dem Kreisel.

Wer mit seinem 20 Meter langen Lastzug aber erst einmal im Wohngebiet ist, kommt da nicht mehr so einfach heraus. Wenden ist nicht möglich. Also fahren die meisten über die Danziger Straße, in der Hoffnung, auf eine Hauptstraße zu gelangen. Viel Platz für einen Sattelschlepper ist da allerdings nicht.

Den Ärger haben die Anwohner. Besonders, wenn es sich beim Unfallverursacher um einen ausländischen Kraftfahrer handelt. So wie vor kurzem. 'Ein Lette hat meine Mauer angefahren. Die Polizei nahm den Unfall zwar auf, aber der Fahrer durfte weiterfahren.' Zurück nach Lettland.

Seitdem versucht Ernst Polej, mit der Grünen Versicherten-Karte seinen Schaden erstattet zu bekommen. Das zuständige Büro in Hamburg sagt, dass es Wochen dauern könnte, die Versicherung des Fahrers ins Lettland zu ermitteln. Ernst Polej kann warten. Was anderes bleibt ihm auch nicht übrig.

Hintergrund:
Die Mündener Ordnungsbehörde kennt die Probleme in Hedemünden. Bereits im Mai 2006 wurden nach einer Ortsbegehung Verbotsschilder für Lkw am Ortskreisel und an den Ortseinfahrten angebracht. Dass sich die Lage seitdem kaum gebessert hat, weiß Gerhard Kellner, Leiter des Bereichs Ordnung und Sicherheit, aber nicht. Den Hedemündenern verspricht er auf Anfrage unserer Zeitung, die Situation zu prüfen. 'Damit werden wir uns in der nächsten Zeit nochmal beschäftigen.' Wann und ob ein neues Schild angebracht wird, lässt Kellner aber offen."


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Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 23.01.2007

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