+++ Dr. Grote referierte im Grotefend-Gymnasium über das Römerlager +++

Die HNA berichtet in ihrer Ausgabe vom 12. Oktober 2006 über einen Vortrag des Kreisarchäologen Dr. Klaus Grote im Hann. Mündener Grotefend-Gymnasium über das Hedemündener Römerlager:

"So mancher Schüler dürfte die Römer schon verflucht haben. Zumindest, wenn es darum geht Vokabeln zu büffeln und Latein zu lernen. Andererseits: Durch die Entdeckung des Römerlagers bei Hedemünden hat das Imperium Romanum mit seinen Legionären gerade bei Kindern und Jugendlichen aus der Region die Phantasie angeregt.

Die Idee lag also nicht fern, den Kreisarchäologen Dr. Klaus Grote in das Grotefend-Gymnasium einzuladen und damit ein Stück des historischen Glanzes dieser außergewöhnlichen Entdeckung auch auf den Lateinuntericht fallen zu lassen.

Zumal, wie auch der Leiter der Fachgruppe Latein, Eckart Bartels, betont, "der Grabungsleiter nicht nur ein ausgewiesener Experte seines Faches ist, sondern dazu auch noch ein fesselnder Erzähler". In zwei aufeinanderfolgenden Vorträgen vor Hunderten von Schülern im großen Projektionssaal der Schule stellte Dr. Klaus Grote am Mittwoch seine Arbeit vor.

Mit Hilfe vieler Dia-Aufnahmen zeigte er den Fortschritt der aktuellen Ausgrabungsarbeiten und bot einen Einblick in die Methoden der Archäologie. Wie die Schüler erfuhren, konnte mit Hilfe von Metalldetektoren schon über 70 Artefakte – von der Pionieraxt, über Speerspitzen bis zu Münzen – dem Boden und damit dem Vergessen entrissen werden.

Daraus, so der Kreisarchäologe, lasse sich inzwischen schon ein sehr genaues Bild des Geschehens im Sudholz vor 2000 Jahren rekonstruieren. Mit Hilfe von Fotomontagen und Bildern aus anderen Römerlagern ließ der Forscher diese Welt vor den staunenden Augen der Schüler wieder auferstehen.

Das Lager mit seinen flachen Holzbauten, so Dr. Klaus Grote, 'war etwa so groß wie 25 Fußballfelder' und diente den Römern 'als eine Art Aldi'. Sprich: Die durchziehenden Legionen, auf ihrem Weg vom Rhein zur Elbe, konnten sich hier ausruhen und mit frischen Lebensmitteln eindecken.

Die Zeit der Römer in Hedemünden war allerdings nur kurz. Rund 20 Jahre, von 12 vor Christus bis neun nach Christus bestand das Lager. Dann wurde es wieder aufgegeben. 'Hedemünden könnte heute ganz anders aussehen', spekulierte Dr. Klaus Grote. Wenn, ja wenn die Germanen unter Arminius nicht vor beinahe 2000 Jahren die Varusschlacht gewonnen hätten. Danach nämlich zogen sich die geschlagenen Römer wieder an den Rhein und hinter den Limes zurück. Ein bedeutender Wendepunkt in der Geschichte, 'der aus Hedemünden nicht die große römische Stadt wie Mainz werden ließ, sondern einen kleinen Ort zwischen Kassel und Göttingen'.

Zum Abschluss gab der Grabungsleiter noch einen Ausblick auf die kommenden Forschungsarbeiten. So müsse untersucht werden, ob es nicht eine unterhalb des Lagers eine Brücke gegeben habe. Und auch das Verhältnis der Römer zu den ansässigen Germanen sei noch ungeklärt. Einer heimlichen Hoffnung vieler musste er aber eine Absage erteilen. 'Grabungshelfer', betonte Dr. Klaus Grote, 'brauchen wir zur Zeit nicht'."

Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 12.10.2006

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