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+++ Rückblick auf das erste Hedemündener Römerfest +++
In ihrer Ausgabe vom 10. September 2006 berichte die HNA über das erste Hedemündener Römerfest, das am Vortag rund 2.500 Besucher anlockte:
"Wer von dem bei Hedemünden entdeckten Römerlager gehört hatte und sich aufmachte, den Sensationsfund zwischen den Bäumen zu suchen, war meist mit langem Gesicht wieder aus dem Wald getreten. Auf dem Burgberg oberhalb der Werra offenbaren sich die Geheimnisse lediglich dem versierten Kenner. Dem Laien hingegen fällt es schwer, in Wällen, Gräben und Steinen aus der römischen Vergangenheit zu lesen. Am Samstag nun war alles für die wissbegierigen Besucher aufbereitet. Impressionen vom ersten Römerfest in Hedemünden.
Legionäre: Männer wie Boris Gobrecht und Achim Schröder zogen am Samstag die Blicke auf sich. Als Krieger waren sie Teil der römischen Legionseinheit Legio XXII. primigenia. Die Rüstungen und Tunikas, die sie trugen, waren nach antiken Originalstücken erstellt. Die Darsteller gehören zu Militis bedensis - Verein für experimentelle praktisch angewandte Archäologie. Basierend auf den Erkenntnissen der Geschichtswissenschaft und der Archäologie rekonstruieren die 'Milites Bedenses' Kleidung, Ausstattung, Werkzeuge und Waffen. Sie holen die römische Vergangenheit aus der Vitrine und erproben wissenschaftliche Theorien an der Praxis.

Bildquelle: HNA
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Gewürzwein: Der große römische Koch Marcus Gavius Apicius hätte sich am Mulsum von Jens Jungebloed ähnlich gelabt wie die Besucher des Festes. Der mit Anis, Koriander und Honig versetzte Weißwein wurde zu Zeiten Kaiser Augustus als Aperitif gereicht. Neben dem Gewürzwein bot Jungebloed seinen Gästen auch Cervisia, ein mit Weinhefe vergorenes, säuerlich schmeckendes Bier.
Aktionen: Für die jüngsten Besucher des Festes kam das Veranstaltungsgelände einem riesigen Abenteuerspielplatz gleich. Am Lagerfeuer rösteten sie Stockbrot, sie bastelten sich aus Pappe Römerhelme und aus Holz Bögen, mit denen sie ihre Pfeile verschossen. Andreas Felmeden von den Bogenschützen der Kyffhäuser-Kameradschaft Hedemünden lehrte die Erwachsenen den Umgang mit Pfeil und Sportbogen.
Führungen: Kreisarchäologe Dr. Klaus Grote konnte sich nicht beklagen. Während seiner drei Führungen durch das Lager hörten ihm etwa 700 Gäste zu. 'Massen von Germanen stürmten das Römerlager', kommentierte er scherzhaft das überwältigende Interesse.
Manöverkritik: Die fiel auf Seiten der Organisatoren durchweg positiv aus. Ortsrat und die Hedemünder Vereine kamen bei ihren Schätzungen auf etwa 2500 Gäste, die bei Bilderbuchwetter das Fest besuchten. Bei dem Erfolg steht es außer Frage, dass das farbenprächtige Spektakel eine zweite Auflage finden wird. Unschlüssig sind sich die Veranstalter allerdings hinsichtlich des Zeitpunktes. Grote: Spätestens aber in drei Jahren, wenn sich die Varusschlacht zum 2000. Mal jährt.
Informationen über das Hedemündener Römerlager |