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+++ Austausch über geplanten Windpark in Ellerode +++
Am 10. August 2006 berichtet die HNA in ihrer Witzenhäuser Ausgabe über den Stand der Planungen eines Windparks bei Ellerode (siehe auch Meldung vom 3. Juli 2006), über den sich Landrat Schermann und Bürgermeister Burhenne in Witzenhausen informierten:
"Mündens Bürgermeister Klaus Burhenne macht aus seinen Vorbehalten gegen den geplanten Windpark Ellerode keinen Hehl: 'Ein massiver Eingriff in die Landschaft.'
Mit Landrat Reinhold Schermann besuchte er am Donnerstag Bürgermeisterin Angela Fischer im Rathaus in Witzenhausen: Austausch von Informationen, Abstimmung von Positionen.
Das wichtigste, was beide mit in den Nachbarkreis nahmen, ist die Aussage von Verwaltungschefin Fischer, dass das Verfahren ergebnisoffen geführt werde. Derzeitiger Stand laut Fischer: Es gebe ein Vorverfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes. Über ihn habe man die Möglichkeit, Rechtssicherheit zu schaffen und die Höhe und die Anzahl der Windräder am Standort Ellerode zu steuern.
Dass der Investor, die Enercom, aufgrund des massiven Widerstandes von Einwohnern der betroffenen Orte ihre Pläne aufgebe, sei nicht zu erwarten. Proteste sind offenbar kalkuliert.
Im Stadtgebiet von Münden, darauf wies Bürgermeister Burhenne hin, sind zwei Standorte für Windkraftanlagen ausgewiesen worden, bei Hedemünden und Lippoldshausen. Über die Bauleitplanung habe man die Nabenhöhe auf unter 90 bzw. unter 100 Meter begrenzt. Derzeit sei aber über Absichten von Investoren nichts bekannt.
Die Diskussion an der Kreisgrenze im Raum Gertenbach wird aus Münden und den Stadtteilen Oberode und Hedemünden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Ein Windenergiekorridor, den Burhenne und Landrat Reinhard Schermann befürchten, würde den Blick in die Landschaft nachhaltig beeinträchtigen. Burhenne: 'Wir müssen aufpassen, was passieren könnte.' Deshalb sei man froh, dass man in die Planung eingebunden werde. Als Träger öffentlicher Belange werden der Kreis Göttingen und auch die Stadt Münden gehört.

Bildquelle: HNA |
Eine Verwaltung, dies betonte Burhenne, müsse aber abwägen und dürfe nicht einseitig Position beziehen: 'Wir dürfen keine Verhinderungsplanung betreiben.'
Landrat Schermann toleriert Windräder, 'sie entsprechen aber nicht meinen energiepolitischen Zielsetzungen'. Es wäre besser, die Subventionen für den Bau weiterer Bio-Energiedörfer einzurichten. Paradebeispiel in der Nachbarschaft: Jühnde.
Schermann befürchtet von einem Windpark Ellerode einen Rückschlag für den Tourismus in der Region, den man sich auf die Fahnen geschrieben hat.
Wer habe als Tourist noch Lust ins Werratal zu fahren, wenn ihm auf der Autobahn 7 die Windräder wie Spargel entgegen blinken?
Schermann steht für die Erhaltung der Erholungslandschaft des Kreises Göttingen – Windräder seien da absolut abträglich. Windenergie werde auf breiter Ebene eine Rolle spielen, aber nicht ausreichend sein, um die Grundlast an Energie zu decken." |