+++ Bauarbeiten an der Bahnstrecke sind abgeschlossen +++

In ihrer Ausgabe vom 2. Juli 2006 berichtet die HNA über den Abschluss der Bauarbeiten an der Bahnstrecke bei Hedemünden:

"Dem Felshang sind 650 spitze Nasen gewachsen. Die drei Meter langen Metallanker ragen wie Pinocchio-Nasen aus dem Muschelkalk. An dem Hang entlang der Bahnstrecke zwischen Witzenhausen und Hedemünden hängen im Klettergeschirr Männer. Sie geben dem Berg sein neues Kleid.

Um künftig zu verhindern, dass Steine auf die Gleise fallen, musste das alte Netz, das den 180 Meter langen Hang umspannt hat, ersetzt werden. 'Es entsprach nicht mehr dem Stand der Technik', sagt Christoph Weiser vom Göttinger Ingenieurbüro Börner, das im Auftrag der Deutschen Bahn die Bauarbeiten überwacht. Drei Spezialfirmen aus ganz Deutschland sind im Einsatz.

Seit knapp drei Wochen fuhren keine Züge mehr auf den Gleisen. Denn nur aus Hebebühnen auf den Schienenfahrzeugen können die Bauarbeiten das Stahlnetz an dem steilen Hang befestigen. Kein ganz ungefährliches Unterfangen für die, die sich von oben abseilen, um in den höheren Bereich die 15-Meter-Bahnen des einem großen Maschendraht ähnelnden Netzes abzurollen. Sechs Millimeter stark ist der verzinkte Stahl, aus dem das Netz gewoben ist.

Bauarbeiten an der Bahnstrecke | Bildquelle: HNA
Bildquelle: HNA

Das Drahtkleid fixieren die Männer an den Ankernasen, die bereits im Fels stecken. 'Die Löcher zu bohren war die Hauptarbeit', sagt Weiser. Mit zehn Kilo schweren Handpressluftbohrern haben die Bauarbeiter das bewerkstelligt: schwebend, ohne Boden unter den Füßen. Anschließend haben sie die Metallstangen mit Mörtel eingepasst 'wie ein Klebedübel, nur eine Nummer größer', erklärt der Ingenieur.

Rautenförmige Metallplatten werden über das Netz auf die Stahlanker geschoben. Diese Platten wiederum werden mit überdimensionierten Muttern festgemacht.

Am gestrigen Sonntag Abend wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Silvio Schildbach von der Firma Beton- und Monierbau weiß, dass sein Job nicht ungefährlich ist. 'Man muss viel auf sich selbst aufpassen.' Einer seiner Kollegen liegt noch im Krankenhaus.

Auf dem durch Regen glitschigen Untergrund war er ausgerutscht und stürzte ab. Dabei versagte der automatische Fallstop der Seilanlage seinen Dienst."

Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 02.07.2006

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