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+++ Erfahrungsbericht über den Schienenersatzverkehr +++
Am 14. Juni 2006 berichtet die HNA über die Erfahrungen von Fahrgästen mit dem Schienenersatzverkehr auf der Strecke Eichenberg – Kassel (siehe Meldung vom 29. Mai 2006):
"Roman Best ist stinkig. Seit einer knappen Stunde wartet der 22-Jährige am Mündener Bahnhof auf einen Schienenersatzbus, der ihn nach Hedemünden bringt. Und das, obwohl er schon längst zuhause sein könnte. Der Bus, der ihn zuvor von Witzenhausen aus mitgenommen hatte, war aber einfach an Hedemünden vorbeigerauscht. 'Es soll angeblich seine Richtigkeit haben, dass nicht alle Busse in Hedemünden halten, aber das ist aus dem Fahrplan nicht ersichtlich', schimpft der Student.
Best ist einer von zahlreichen Pendlern, die seit Samstag erhebliche Einschränkungen hinnehmen müssen. Da die Bahnlinie zwischen Eichenberg und Kassel wegen Arbeiten zur Felshang- und Stützmauersanierung gesperrt war, wurden Ersatzbusse eingesetzt. 'Eigentlich hat das für mich von der Fahrzeit her kaum Auswirkungen, aber der Vorfall heute ärgert mich schon sehr', so Best.
'Die letzten drei Tage haben gereicht', sagt auch Bastian di Marzio. Den Mündener, der in Kassel studiert, habe vor allem die 40 Minuten längere Fahrzeit gestört. 'Wenn man dann wie am Dienstag in einem überfüllten und nicht klimatisierten Bus bei mehr als 40 Grad eine Dreiviertelstunde lang stehen muss, dann ist das alles andere als angenehm', sagt der 21-Jährige. Allerdings sei das eine Ausnahme gewesen. 'Die meisten der eingesetzten Busse sind sehr gut, da gibt es überhaupt keine Probleme', so di Marzio.
Als 'völlig unproblematisch' bezeichnete der Speeler Jan Stolle den Schienenersatzverkehr. Zwar habe der 16-Jährige nach der Schule durch die geänderten Fahrpläne zumeist etwas länger warten müssen, doch empfinde er die Fahrt mit dem Bus im Vergleich zur Bahnfahrt als wesentlich angenehmer. 'Da habe ich wenigstens immer einen Sitzplatz gehabt', so Stolle. Das sei im Zug keineswegs immer der Fall.
'Es ist schon erstaunlich, wie wenig negative Rückmeldung wir bekommen', zeigt sich Yvonne Kohl vom Info-Point des Mündener Bahnhofs verwundert. Die meisten Reisenden nähmen die Einschränkungen sehr gelassen hin. 'Lediglich Touristen beschweren sich häufig darüber, dass sie in den Bussen keine Fahrräder mitnehmen dürfen', so Kohl.
Für einen Teil der Reisenden sind die Unannehmlichkeiten heute bereits beendet, wenn die Teilstrecke von Hedemünden nach Kassel wieder frei gegeben wird. Lediglich in Richtung Göttingen muss dann noch bis zum 2. Juli die Busfahrt von Hedemünden nach Neu Eichenberg in Kauf genommen werden.
Für die Bahnkunden bedeutet das: Zwischen dem 10. und 14. Juni werden auf dieser Strecke alle Züge durch Busse ersetzt. Da diese länger brauchen, fahren sie früher ab, damit die Anschlusszüge noch erreicht werden können. Die genauen Abfahrtszeiten sind in Aushängen und Faltblättern, die an Bahnhöfen, in Bussen und auch in den Kommunen erhältlich sein werden, zu finden.
Damit nicht genug. Am Donnerstag, 15. Juni, beginnt ein weiterer Bauabschnitt. Dann ist allerdings nur noch die Strecke zwischen Hedemünden und Eichenberg betroffen. Bis zum 2. Juli werden auf diesem Abschnitt Busse eingesetzt. Sie benötigen für diese Strecke etwa 30 Minuten. Zwischen Hedemünden und Kassel wird ein Pendelzugverkehr eingerichtet. Der Umstieg Zug/Bus und umgekehrt erfolgt jeweils in Hedemünden. Auch hier sind die Fahrzeiten der Busse und Züge auf die Anschlüsse in Eichenberg ausgerichtet.
Wer von Münden nach Göttingen will, muss dann also in Hedemünden und Eichenberg umsteigen. Die Fahrt wird eine Stunde dauern. Alternativ dazu, so empfiehlt Bahnkunde Albrecht Kratz, bietet sich die RBB-Linie 120 über Dransfeld für Besitzer von VSN-Fahrkarten an."
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