+++ Ortsheimatpfleger Heinrich Hampe wird 80 Jahre alt +++

Pressemeldung der HNA vom 11. April 2006:

"Schon als Student hatte Heinrich Hampe ein Faible für die Heimat- und Geschichtsforschung. Während seines pädagogischen Studium an der Göttinger Universität befasste er sich 1952 mit der Bevökerungsentwicklung in seiner Heimatgemeinde Grone und sieben Jahre später mit dem dortigen Reihengräberfriedhof. In den Göttinger Jahrbüchern wurden seine Abhandlungen veröffentlicht.

Hätte er dies damals bleiben lassen, wäre er möglicherweise heute nur ein in Vergessenheit geratener Rektor im Ruhestand. Doch Heinrich Hampe, der heute mit seiner Frau Karin und seinen zwei erwachsenen Kindern seinen 80. Geburtstag feiert, ist mit der Geschichte Hedemündens und Oberodes verwurzelt wie kein anderer.

Als Hampe im Alter von 40 Jahren als Rektor an die Mittelpunktschule nach Hedemünden kam, dauerte es nicht lange, bis der Rat der damaligen Stadt auf ihn aufmerksam wurde. Für das Amt des Heimatpflegers gab es, wie sich zwölf Jahre später zeigte, keinen besseren Kandidaten.

Mit einer unbeschreiblichen Ausdauer und Akribie trug er in seiner Freizeit die auf dem Dachboden des ehemaligen Rathauses verstaubten Akten, Rechnungen und Wandkarten mit alten Flurnamen zusammen.

Das Ergebnis seiner Bemühungen: Hedemünden hatte bereits 1979 als einziger Mündener Ortsteil ein eigenes Ortsarchiv.

Heinrich Hampe
Bildquelle: HNA

In Oberode, wo sich Hampe mit seiner Familie niederließ, blieben diese Aktivitäten nicht verborgen. Im Dezember 1971 nahm Heinrich Hampe auch dort den Posten des Ortsheimatpflegers an. Zehn Jahre später hatte er in einer Veröffentlichung die Geschichte des Töpferhandwerks in Oberode in vielen Teilen neu geschrieben. Als Ergebnis wurde das ehemalige Töpfereigebäude der Töpferei Müller (Perls Brennhütte) unter Denkmalschutz gestellt, von der Stadt erworben und 1986 nach Hampes Plänen restauriert.

Nach und nach tauchten bei Grabungen immer öfters Topfscherben und Gefäßreste auf. Die sichergestellten Funde bildeten die Grundlage für das Töpfereimuseum.

Die Heimatgeschichte, der er auf den Grund ging, bestand jedoch nicht nur aus dem Töpferhandwerk. Er schrieb unter anderem das Jubiläumsbuch für Hedemünden zum 975-jährigen Bestehen in 1992 und verfasste im Vorjahr die Chronik zum 650. Geburtstag von Oberode.

Für seine Arbeit und Verdienste bekam Heinrich Hampe 1983 den Preis der Paul-Dierichs-Stiftung, 1991 die Ehrenplakette der Stadt Münden und drei Jahre später als Krönung das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens.

Bis auf den Posten des Ortsheimatpflegers von Oberode, den er zum Jahresende abgeben wird, hat er sich zwischenzeitlich ins Privatleben zurückgezogen. Sein Interesse an der Heimatgeschichte hat sich dadurch aber nicht verringert."

Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 11.04.2006

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