+++ Minister Stratmann besucht das Hedemündener Römerlager +++

Die HNA berichtet in ihrer Ausgabe vom 11. August 2005 über einen Besuch des niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kultur, der sich bei einem Besuch in Hedemünden einen Eindruck vom Römerlager verschaffte:

"'Wir fühlen uns in der Verantwortung, solche bedeutenden Funde zu würdigen und die Arbeiten zu unterstützen.' Mit Lutz Stratmann (CDU), Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, hat das Römerlager bei Hedemünden gestern prominenten Besuch erhalten.

Zu konkreteren Aussagen hinsichtlich einer finanziellen Förderung ließ sich der Minister jedoch nicht hinreißen. Einen Projektantrag, der seinem Ministerium vorliegt und den ihm Göttingens Landrat Reinhard Schermann gestern vorsorglich noch einmal zusteckte, wolle Stratmann gewissenhaft prüfen.


Bildquelle: HNA

In dem Antrag geht es um die Erforschung und Herausstellung des Römerlagers als überregionales Kulturdenkmal sowie dessen Erschließung für den Tourismus. Nach einer ersten Schätzung hofft Archäologe Dr. Klaus Grote auf etwa 130.000 Euro. Das Geld soll verwendet werden für Grabungen und Restaurierungen. Aber auch der musterhafte Teilnachbau eines Abschnitts römischer Wehranlagen und die für das Jahr 2009 geplante Jubiläumsveranstaltung – dann jährt sich die Varusschlacht zum 2000. Mal – sollen aus diesem Topf finanziert werden.

Bislang sind etwa 50.000 Euro in das Römerlager geflossen. Restaurierungen verschlangen etwa die Hälfte der Summe. Das Geld stammte zumeist aus Stiftungen und wurde von Privatpersonen gespendet.

Gegenüber dem Minister wiederholte Grote mehrfach die markanten Details des Fundortes: 'Es ist das einzige komplett im Gelände erhaltene Römerlager nördlich der Alpen.' Außer in Haltern, wo über viele Jahrzehnte römische Legionen stationiert waren, seien nirgends so viele Funde wie in Hedemünden entdeckt worden. Militärische Ausrüstung und Waffen, Baubeschläge, Wagenteile, Werkzeuge und einige Münzen zählen zum über zwei Jahrtausende alten Schatz.

Der Minister zeigte sich beeindruckt. Er empfahl den Antragstellern, mit Kalkriese, dem Ort der Varusschlacht, zu kooperieren. 'Es ist klug, sich zusammen zu tun, damit wir keine Dopplungen finanzieren müssen'. Zumindest was die Aktivitäten im Jubiläumsjahr der Varusschlacht angehe, könnten Synergien genutzt werden.

Für Landrat Reinhard Schermann ist das Römerlager einer der wichtigsten Mosaiksteine bei der weiteren Entwicklung Südniedersachsens zur Tourismusregion. Stratmann glaubt, dass das bei Hedemünden entdeckte Lager Anziehungspunkt für Kulturtouristen werden könnte – einer Klientel, wie er sagte, die über Geld verfüge.


Quelle: HNA Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 11.08.2005

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