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+++ Studenten vermessen das Hedemündener Römerlager +++
In ihrer Ausgabe vom 14. Juli 2005 berichtet die HNA über eine Gruppe von Geodäsie- und Geoinformatik-Studenten der Universität Hannover, die derzeit das Hedemündener Römerlager vermisst:
"Irgendwie wirken die Studenten im Wald über Hedemünden wie Mitglieder eines Filmteams. Allerdings fokussieren sie die Landschaft um sich herum nicht durch die Kamera. Ihr Arbeitsgerät ist das Tachymeter. Mit ihm vermessen sie das im vergangenen Jahr entdeckte Römerlager am Burgberg, das vermutlich der Feldherr Drusus angelegt hat.

Bildquelle: HNA |
Als Ergebnis ihrer topographischen Übung werden die 55 Studenten des Instituts für Kartographie und Geoinformatik (ikg) der Uni Hannover Kreisarchäologen Dr. Klaus Grote im Herbst eine Karte im Maßstab 1:1000 übergeben. Diese Burgenkarte vermittelt dem Archäologen eine genaue und vollständige Übersicht über den Zusammenhang der noch erkennbaren historischen Anlagen. Damit liefert sie zugleich die Grundlage für die zukünftige Erforschung des hochkarätigen Bodendenkmals.
Ungeduldig fiebert Grote den Plänen entgegen. Denn das Kartenmaterial, auf das er sich derzeit bei seinen Arbeiten im 16 Hektar großen Römerlager stützt, ist dürftig. Die Deutsche Grundkarte mit ihrem Maßstab 1 : 5000 (1cm = 50m) gibt nur einen sehr groben Überblick über das Gelände. Wälle, Gräben und Steine können bislang nur sehr ungenau in die Pläne eingezeichnet werden.
Die Geodäsie- und Geoinformatik-Studenten lernen verschiedene Messverfahren kennen. Daneben schult Diplom-Ingenieur Frank Thiemann die jungen Leute für den richtigen Blick. Vorsprünge, Erhebungen, Kanten müssen sie erkennen und als Messpunkte elektronisch erfassen. Grote gibt ein Beispiel. So sei in einer alten Karte lediglich der das Lager I umgebende Wall eingezeichnet. Eine weitere, jedoch weniger deutliche ringförmige Erhöhung fehle. In dem neuen Material wird sie enthalten sein.
Ausgangspunkt der Vermessung sind die Koordinaten bereits bestehender topographischer Punkte. Zusammen mit deren Lage im Gelände und der Höhe überm Meeresspiegel bildet dieses Koordinatennetz das Rückgrat der weiteren, detaillierteren Vermessung. Die Betreuer der Studenten hatten vor Beginn des Praktikums Geländepunkte ausgewählt. Über diesen stellen nun die einzelnen Teams ihre Tachymeter auf. Andere Gruppenmitglieder marschieren durch den Wald, bleiben alle paar Meter stehen und fangen mit ihren Reflektoren den Infrarotlaser auf, den das Messgerät aussendet. Aus Winkeln, Laufzeit und Geschwindigkeit des Lichtstrahls errechnet das Instrument einen topographischen Wert.
Mehrere Tausend solcher Messwerte werden die Tachymeter am Ende der zweiwöchigen Geländeübung gespeichert haben. Am Computer in den Dorfgemeinschaftshäusern in Oberode und Laubach, wo die Studenten auch Quartier bezogen haben, werden die Punkte in eine Karte eingetragen. Geländelinien werden digitalisiert, und am Bildschirm tauchen erste Strukturen auf. Alle Punkte, die dieselbe Höhe haben, werden zu Höhenlinien verbunden. Geübte Kartenleser können aus dem Abstand zwischen den Höhenlinien Rückschlüsse darüber ziehen, wie steil eine Landschaft ist. Der Abstand zwischen den Linien ersetzt die fehlende dritte Dimension in der Geländekarte."
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