+++ Naturpark-Wanderung "Vom Baum zum Brett" +++

In ihrer Ausgabe vom 24. Mai 2005 berichtet die HNA über eine geführte Wanderung durch den Mündener Stadtwald mit anschließender Besichtigung des Sägewerks Fehrensen in Hedemünden:

"'Verglichen mit heutigen Informationstechniken sind wir Sägewerker noch immer Grobmotoriker mit einer Technik wie vor hundert Jahren', bemerkte Wolf-Georg Fehrensen, als er vor einer Gattersäge die Funktionen eines Sägewerks erläuterte. Bevor jedoch der Hedemündener Betrieb Schauplatz der Naturpark-Wanderung 'Vom Baum zum Brett' wurde, zogen die Teilnehmer – außergewöhnlich viele junge darunter – durch den Mündener Stadtwald in Hedemünden.

Dort gab die Leiterin des Betriebes Stadtwald, Susanne Hoffmann, einen Einblick in die forstliche Bewirtschaftung. Es galt in Kürze darzustellen, wie aus einem kleinen Buchenkeimling ein Individuum heranwächst, das später seinen Weg als Bohle oder Brett in die ganze Welt nimmt.


Bildquelle: HNA

An drei Waldbildern zeigte Susanne Hoffmann die in Jahrhunderten veränderten Vorstellungen von Waldbau und -bewirtschaftung. Der Weg führte vom Hochwald, wo zu einem bestimmten Zeitpunkt der gesamte Bestand genutzt und auch wiederbegründet wurde, zu einem naturgemäßen Waldbau, wo alle Altersstufen auf einer Fläche wachsen und Bäume einzeln geschlagen werden.

Das Ergebnis forstlicher Bewirtschaftung in einem Zeitraum von 160 Jahren wurde an einem Holzpolter aufgezeigt, das zur Abfuhr ins Sägewerk bereit lag. Hier wurde besonders die Problematik des Rotkerns angesprochen, einer rötlichen Verfärbung des Holzes, das keinerlei Auswirkungen auf Qualität und Statik hat, aber wegen seines 'unmodischen' Farbtones fast keine Abnehmer findet.

Was der Markt sucht und wie er bedient wird, behandelte der zweite Teil der Exkursion im Sägewerks Fehrensen in Hedemünden. Vom Rundholzlagerplatz, wo die Einsortierung der Stämme für ihre vorgesehene Verwendung erfolgt, ging es über die Gatter- und Bandsäge zu den Lagerhallen, wo das verarbeitete Holz getrocknet wird.

Während vor 15 Jahren der Export nach Italien und Spanien bei 15 Prozent lag, werden heute 70 Prozent des bearbeiteten Holzes exportiert. Buche und Eiche aus Hedemünden findet seinen Weg über Europa hinaus sogar bis nach China und Indien.

Werden Sägespäne zur Energieversorgung verbrannt, entsteht aus den Schwarten, den nicht verwertbaren Seitenteilen des Rundholzes, in Bodenwerder Holzkohle.

Eine lehrreiche Exkursion nahm nach 2 1/2 Stunden ihr Ende und alle Beteiligten waren sich darin einig, dass der Slogan der Forstverwaltung: 'Wald in guten Händen' für den Betrieb Stadtwald, aber auch den unverzichtbaren Partner in der Holzwirtschaft, hier das Sägewerk Fehrensen, sehr zutreffend ist."

Quelle: HNA Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 24.05.2005

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