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+++ Alte Stadtwache feiert 250-jähriges Jubiläum +++
In ihren Ausgaben vom 8. und 11. September 2004 berichtet die HNA über die Geschichte der alten Hedemündener Stadtwache, die in diesem Jahr ihr 250-jähriges Jubiläum feiert. Nachfolgend Auszüge aus dem Originaltext der HNA:
Als das Gebäude 1754 gebaut wurde, stand es frei auf dem Markt und diente als Wache und Abgaben-Kasse. Die Stadtwache verfügte über nur einen kleinen Raum, war unterkellert und von einem Doppelwalm-Spitzdach bedeckt. Die Unterkellerung gab es vermutlich deshalb, weil Abgaben zum Teil in Naturalien abgeliefert wurden und man deshalb Lagerraum benötigte. Einige Hedemündener gehen davon aus, dass in dem Keller auch der eine oder andere Gauner für einige Tage aus dem Verkehr gezogen wurde.
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| Gestern: Als frei stehende Stadtwache von Hedemünden (links) vor 250 Jahren gebaut, diente das Gebäude ab 1782 als Wohnhaus (16 Quadratmeter), in dem im Laufe der Jahre die Bewohner wechselten. Es erfolgten An- und Umbauten. (Foto: Sammlung Harbort) |
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Heute: Nach Umbau- und Renovierungsarbeiten ist die alte Stadtwache (links) ein Schmuckstück geworden. Auf 40 Quadratmetern im Erdgeschoss und 20 Quadratmetern darüber leben Irmtraud und Ulrich Harbort. Die Gebäude rechts setzen das Ensemble fort. (Foto: HNA) |
In der Stadtwache waltete damals Heinrich Georg Schultze, später von 1746 bis 1762 Bürgermeister in Hedemünden, als Consul und Licenteinnehmer. Johann Teipel und seine Frau Maria Blandina Dorothea Lohmann bezogen das Haus 1782. Sie setzten einen Anbau zum Nachbarhaus ohne eigene Giebelwand und Brandmauer, so dass nur eine Wand die beiden Häuser trennte. Teipel war von 1759 bis 1804 Kantor und Lehrer.
Ab 1867 bewohnte die Tagelöhnerin Juliana Grünewald, ab 1871 Tagelöhner Heinrich Müller das Häuschen.
Als 1887 der Sattler Heinrich Theodor Schrader mit seiner Frau Ida (geb. Seeschaf) dort einzog, erfolgte ein Anbau mit einem senkrechten Giebel, einem Schleppdach nach Osten. Zusätzlich baute der Sattler einen Schuppen an. Mit ihren sechs Kindern lebte die Familie in dem Haus, in dem auch noch die Werkstatt untergebracht war.
1949 bezog Frieda Schrader-Herud die alte Stadtwache.

Ein echter Hingucker ist der Eingangsbereich des schmucken Fachwerkhauses (Foto: Siebert, HNA)
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Nach einigen Jahren Leerstand ist es seit 1998 im Besitz von Ulrich und Irmtraud Harbort (geb. Nohl). Nach umfangreichen Umbau-und Renovierungsmaßnahmen ist unter Harborts Händen aus einer Ruine ein richtiges Schmuckstück geworden. Drei Bauabschnitte waren dazu notwendig. "Wir haben zum Beispiel 40 Ballen Stroh mit Lehm vermischt, um die Hohlräume auszufüllen", erzählt Ulrich Harbort, der den Innenausbau in Eigenregie vornahm. Auf 40 Quadratmetern im Erdgeschoss und 20 Quadratmetern im Dachgeschoss fühlt sich das Ehepaar so wohl, dass ein geplanter Umzug nach Süddeutschland erst einmal in weite Ferne gerückt ist. Jede Ecke und jeder Winkel im Haus wurde sinnvoll ausgenutzt, alte Detail besonders hervorgehoben und mit modernen Elementen kombiniert. Mit viel Liebe, Kreativität und teilweise ausgefallenen Wohnaccessoires ist den Harborts die Inneneinrichtung so gelungen, dass sich auch Besucher gern hinsetzen und sich wohl fühlen.
"Bevor wir die Wände streichen konnten, mussten übrigens 20 Schichten Tapete entfernt werden", erklärt der ehemalige Pastor. Von jeder Schicht hat er einen kleinen Teil behalten und als Collage zusammengefügt. Rund um das Haus ist ein Bauerngarten mit Malven, Stockrosen und anderen Blumen und Kräutern entstanden. Um die Fenster haben sich Obst und Wein ausgebreitet.
| Aus Anlass des Jubiläums der Stadtwache hat Ulrich Harbort Hedemündens Häuser und seine Bewohner im Entstehungsjahr der Stadtwache aufgelistet. Es gab 127 Häuser mit 650 Einwohnern, davon 150 Bürgerfamilien, sechs Häuslinge (ohne Bürgerrechte) und 18 sonstige Nichtbürger.
Von den Einwohnern waren 40 Ackerleute, 32 Leineweber/Drellmacher, zwölf Töpfer, neun Schneider, drei Bäcker, drei Gastwirte, zwei Kaufleute, zwei Böttcher, ein Fenstermacher, zwei Zimmerleute, zwei Sattler, drei Grobschmiede, vier Rademacher, ein Müller, ein Raschmacher, ein Bader, drei Schlachter, ein Krüger, drei Höker, ein Drechsler, zwei Schreiner, ein Maurer, acht Schuhmacher, ein Nagelschmied, 36 Tagelöhner sowie 22 Bediente, Gelehrte und ihre Witwen, darunter ein Superintendent (Pastor) und zwei Lehrer (Rector und Cantor). |
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