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Wetterdienstplakette an Bernd Kohlstedt verliehen +++
In ihrer Ausgabe vom 18. August 2004 berichtet die HNA über die besondere Ehrung eines Hedemündeners. Der Deutsche Wetterdienst zeichnete am Vortag Bernd Kohlstedt für 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit mit der Wetterdienstplakette aus.
Bereits seit 1. Februar 1979 sendet Bernd Kohlstedt monatlich die gesammelten Wetterdaten an den Deutschen Wetterdienst (DWD). Damit hat er eine Familientradition übernommen, denn bereits der Urgroßvater, Heinrich Schütz, sammelte Wetterdaten. Er hatte im Jahr 1937 die Niederschlagsstation in Hedemünden aufgebaut. Im Jahr 1952 übernahm seine Tochter Minna Gerstenberg die Beobachtungen, bis vor 25 Jahren Bernd Kohlstedt als damals 18-Jähriger diese Aufgabe weiterführte.
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Wetterdienstplakette
des Deutschen Wetterdienstes (Bildquelle: HNA) |
Trotz moderner Messgeräte verzichtet der DWD bis heute nicht auf die Beobachtungen der bundesweit rund 350 ehrenamtlichen Mitarbeiter. Klaus Siehrt vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg, der gestern mit seinem Kollegen Hartmut Luhnau nach Hedemünden gereist war, um die Auszeichnung zu überreichen, erläutert gegenüber der HNA: "Automatische Messgeräte können keinen unserer Wetterbeobachter ersetzen.
Die Arbeit von Herrn Kohlstedt ist für uns besonders wertvoll. An seiner Messstelle können wir auf eine lange Reihe von Daten zurückgreifen. So können wir umso genauere Aussagen über Durchschnittswerte machen."
Für Bernd Kohlstedt ist die Wetterbeobachtung schon in Fleisch und Blut übergegangen, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass er jeden Morgen um 7:30 Uhr seinen Garten betritt, um die Niederschlagsmenge der vergangenen 24 Stunden zu ermitteln. Ganz unabhängig, ob Sonntag oder Urlaubstag – jeden Tag füllt Kohlstadt die in einem Kännchen gesammelte Flüssigkeit in einen Messzylinder um und notiert die aktuellen Niederschlagswerte.
Die ehrenamtliche Tätigkeit für den DWD ist damit jedoch noch nicht erledigt: Bernd Kohlstedt notiert weitere Wettererscheinungen wie
Glätte, Reif, Tau, Gewitter oder Nebel und beobachtet darüber hinaus im Laufe des Tages auftretende Witterungsverhältnisse.
Von großem Nutzen sind die Wetterbeobachtungen der ehrenamtlichen Mitarbeiter des DWD etwa für
die Landwirtschaft, die Industrie, das Gesundheitswesen oder auch für Versicherungen. Hierzu erläuterte Hartmut Luhnau vom DWD: "Soll eine Versicherung Sturmschäden an einem Haus übernehmen, fragt sie bei uns an, wie die Wetterlage zu einem bestimmen Zeitpunkt an einem Ort gewesen ist. Durch unsere 350 ehrenamtlichen Wetterbeobachter im ganzen Bundesgebiet können wir dann präzise Auskünfte geben."
Die gestern an Bernd Kohlstedt überreichte Wetterdienstplakette ist nicht die erste Auszeichnung dieser Art
in der Familie. Im Jahr 1977 erhielt Minna Gerstenberg bereits die erste Auszeichnung. Abzuwarten bleibt, ob die zwei Töchter oder der Sohn des 43-jährigen Bernd Kohlstedt einmal die Tradition der Wetterbeobachtung fortführen.
Deutscher Wetterdienst |