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Renovierung des Pfarrhauses schreitet voran +++
In ihrer Ausgabe vom 6. August 2004 berichtet die HNA über den Stand der Sanierung des Hedemündener Pfarrhauses. Ergänzende Informationen wurden dem aktuellen Mitteilungsblatt "Ki" der Kirchengemeinde Hedemünden/Oberode entnommen.
Das im Oppertor befindliche Gebäude, in dem sich Kirchenbüro, Pastorenwohnung und Gemeinderäume befinden, wurde im Jahr 1753 erbaut. Zusammen mit Kirche und Gemeindehaus bildet das Pfarrhaus seit jeher den Dorfmittelpunkt. Nachdem das Gebäude in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt worden war und eine unansehnliche Fassadenverkleidung aus Eternit-Platten erhalten hatte, erkannte die Kirchengemeinde vor einiger Zeit ihre Verantwortung für das Ortsbild.
Ein Handwerker beim Ausmauern eines Gefaches nach historischem Vorbild (Bildquelle: HNA) |
Seitdem laufen die Sanierungsarbeiten, finanziell und ehrenamtlich unterstützt durch
den Kirchenkreis, die Europäische Union, die Denkmalbehörden und die Gemeinde selbst. Inzwischen wurde der dritte Bauabschnitt erreicht, bei dem es vorrangig um die Wiederherstellung der Fassade geht. Bereits seit fünf Monaten sind Spezialunternehmen aus der Region damit beschäftigt, für rund 150.000 Euro die Fassade nach historischem Vorbild und mit historischen Materialien und Techniken neu aufzubauen.
Gefache werden mit einem Gemisch aus Lehm, Stroh, Putz, Schweineborsten und anderen Materialien ausgemauert. Darüber hinaus werden die alten Eichenbalken des Fachwerkgebäudes in Ordnung gebracht und insgesamt 20 neue Fenster eingesetzt. Die Holzfenster wurden eigens nach historischem Vorbild getischlert. Die Arbeiten des dritten Bauabschnitts sollen im September abgeschlossen werden.
Pfarrhaus während der Bauarbeiten, aufgenommen Anfang August 2004 (Bildquelle: Thomas Speck) |
Auch die Archäologen machten interessante Entdeckungen im Pfarrhaus. So wurde festgestellt, dass ein Gewölbekeller aus Buntsandstein das Fundament des Gebäudes bildet. Bei den archäologischen Grabungen fanden sich zudem mittelalterliche Scherben, eine Vier-Pfennig-Münze aus dem Herzogtum Braunschweig, Tapetenreste und uralte Zeitungen sowie weitere Anhaltspunkte für die Baugeschichte. Unter dem Dachstuhl des Hauses befand sich ehemals offenbar eine Räucherei, im Keller ein Schweinestall und im Erdgeschoss ein Steinofen.
Teile der Baugeschichte liegen weiter im Dunkeln, da die Archäologen aus statischen Gründen das Aufbrechen der Steingewölbe abbrechen mussten und in diesen Fällen auf Vermutungen angewiesen sind. Als ungewöhlich stellte sich etwa der der hohe Aufbau der Kellergewölbe heraus. Möglicherweise wurde das Pfarrhaus einst auf den Grundmauern der Oppertorwache aufgebaut. Vielleicht musste aber auch auf abschüssiges Gelände reagiert werden oder wegen drohenden Hochwassers entsprechend gebaut werden.
20 Holzfenster wurden nach historischen Vorbild angefertigt |
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Pastor Henning Dobers hält ein
Stück des aussortierten Fachwerkgebälks in den Händen |
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Vor der Fassadensanierung
wurde das Pfarrhaus durch die Plattenverkleidung geprägt |
(Bildquelle [3] : HNA) |
Nach dem Abschluss der Fassadenarbeiten stehen im letzten Bauabschnitt noch die Sanierung des Daches und der Steintreppe an. Um Geld für die Steintreppe zu sammeln, soll am 26. September, im Rahmen eines Tages der offenen Tür, ein "Sponsorenlauf" durchgeführt werden. Wie die Kirchengemeinde ankündigt, kann jedermann teilnehmen. Zwei Strecken stehen zur Auswahl: für Kinder eine Strecke rund um die Michaeliskirche und eine längere Strecke für Erwachsene. Jeder Läufer sucht sich eigene Sponsoren, die dann ihrerseits jede gelaufene Runde finanziell unterstützen (Informationen erteilt Inge Beuermann, Telefon 05545/6272).
Für alle Interessierten steht die Baustelle des Pfarrhauses am 26. September in der Zeit zwischen 11:30 und 16:00 Uhr offen. Geplant ist ein Tag der Begegnung unter dem Motto "Feste arbeiten – feste feiern" mit folgendem Ablauf:
11:30 Uhr Empfang, anschließend Tag der Begegnung bei Kaffee und Kuchen
14:30 Uhr Sponsorlauf zugunsten der Pfarrhaustreppe
18:00 Uhr Gottesdienst (30 Jahre Flötenkreis)
Kirchengemeinde Hedemünden/Oberode |