+++ Grenzbäume zwischen Hedemünden und Lippoldshausen gepflanzt +++

In ihrer Ausgabe vom 10. Mai 2004 berichtet die HNA über eine gemeinsame Baumpflanz-Aktion der Hedemündener und Lippoldshäuser Feldmarksgenossenschaften, bei der am vergangenen Wochenende im Verlauf der Gemeindegrenzen insgesamt fünf Grenzbäume angepflanzt wurden.

Das Pflanzen von Grenzbäumen hat eine lange Tradition und diente in früheren Zeiten, vor der Einführung von Grenzsteinen und modernen Vermessungstechniken, der Kenntlichmachung von Ortsgrenzen. Neben natürlichen Orientierungsmarken wie Wasserläufen, Felsen, Schluchten oder besonderen Einzelbäumen pflanzte man an geeigneten Stellen weitere Bäume, die als Grenzmarkierungen dienten.

Grenzbäume standen unter Königsbann, ihnen wurde große Achtung der Bevölkerung entgegengebracht. Direkt auf den Grenzverlauf gepflanzt gehörten sie beiden Nachbarn zugleich. Sie durften weder beschnitten noch gefällt werden, so dass sich diese Bäume häufig zu urigen, markanten Landmarken entwickelten. In der Merowingerzeit begann man, Grenzbäume durch Grenzsteine zu ersetzen, so dass die Grenzbäume langsam aus dem Landschaftsbild verschwanden.

Als Erinnerung an die alte Tradition der Grenzbäume haben Mitglieder der Hedemündener und Lippoldshäuser Feldmarksgenossenschaften jetzt im Sudholz (nahe des kürzlich entdeckten Römerlagers) zwei Berg-Ahornbäume, eine Kastanie, eine Buche und eine Roteiche gepflanzt. Die Bäume sollen den in diesem Bereich unübersichtlichen Grenzverlauf markieren und künftigen Generationen die Orientierung erleichtern. Bei den Bäumen handelt es sich um eine Stiftung von Christian Mühlhausen aus Lippoldshausen.

Mit einer Flasche Grenzgangsschnaps, den die Lippoldshäuser den Hedemündenern anlässlich der letztjährlichen Grenzbegehung geschenkt hatten, wurde der Anlass gefeiert. Der Hedemündener Feldmarksvorsitzende Bernd Apel hatte jedoch auch eine Gießkanne dabei, um die jungen Bäume mit Wasser zu versorgen. Henning Teuteberg, Vorsitzender der Feldmarksgenossenschaft Lippoldshausen, sagte die treffenden Worte: "Möge uns diese Grenze verbinden anstatt zu trennen".

Wie die HNA in ihrem Artikel darstellt, wurde bei der Aktion auf eine alte Sitte verzichtet: "Als die Ahnen Grenzbäume pflanzten, wurde dem jüngsten Teilnehmer unter jedem Baum eine Ohrfeige verpasst, damit ihm die Landmarke für alle Zukunft hinter die Ohren geschrieben seien."

Quelle: HNA Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) – 10.05.2004

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