+++ Bootsunfall auf der Werra bei Hedemünden +++

Feuerwehrverein Hann. Münden, Kreisfeuerwehrverband Göttingen und HNA berichten am 4. Mai 2004 über einen Bootsunfall im Bereich der Stromschnellen auf der Werra bei Hedemünden, der sich am Vortag ereignet hatte. Die Meldung des Kreisfeuerwehrverbandes wird nachfolgend im Original-Wortlaut wiedergegeben:

Kanuunfall auf der Werra

Die Feuerwehren Hedemünden und Hann. Münden sowie im weiteren Verlauf auch die Ortswehr Oberode wurden am Montag Nachmittag zu einem Kanuunfall auf der Werra bei Hedemünden alarmiert. Eine achtköpfige Urlaubergruppe war mit drei Kanus flussabwärts unterwegs auf der Werra, als in Höhe Hedemünden zwei von den Kanus in Stromschnellen kenterten und sechs Personen in das Wasser rissen. Drei wurden dabei laut Auskunft der Notärztin leicht verletzt, eine Person vermisst. 

Der Fluss wurde daraufhin aus der Luft vom Göttinger Rettungshubschrauber Christoph 44 abgesucht, auf dem Grund des Flusses suchten Feuerwehrleute der Tauchergruppe der Berufsfeuerwehr Kassel bisher ergebnislos nach dem Vermissten. 

Im Einsatz waren neben Feuerwehr und Rettungsdienst auch das Technische Hilfswerk Hann. Münden mit einer Tauchergruppe sowie die Wasserschutzpolizei. 


Wie die HNA am 4. Mai 2004 ergänzend in zwei Artikeln berichtet, war die Gruppe aus Heiligenhafen an der Ostsee in Witzenhausen zu der Kanufahrt gestartet und hatte als Ziel die Zella. Zwei der insgesamt drei Kanus seien noch auf hessischer Seite gekentert. Fünf der Paddler konnten als Ufer schwimmen und berichteten später, dass sie den vermissten 37-jährigen noch gesehen hätten, als dieser sich an eines der Kanus geklammert hatte.

Nachdem die Suche am Unglückstag ergebnislos abgebrochen worden sei haben sich Mitglieder des hessischen und niedersächsischen Wasserschutzpolizei heute erneut mit Unterstützung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hann. Münden sowie des Technischen Hilfswerkes auf die Suche nach dem Vermißten gemacht. Die Flußstrecke zwischen Hedemünden und dem Kraftwerk Letzter Heller wurde erneut von Tauchern abgesucht.

Die trübe Werra ist in diesem Bereich zwischen 1,5 und drei Meter tief. Der Einsatzleiter des Tauchtrupps des Technischen Hilfswerkes, Hans-Jürgen Kriegs, äußert gegenüber der HNA die Vermutung, "dass der Mann irgendwo an einen Stein gestoßen ist, Wasser geschluckt hat und ertrunken ist. Einen Herzschlag, hervorgerufen durch das weniger als zehn Grad kalte Wasser, sei für ihn weniger wahrscheinlich. In diesem Fall wäre in den Lungen Luft, die den Mann rascher wieder an die Wasseroberfläche hätte treiben müssen."

Vermutlich gehörte der Vermißte zu denjenigen Mitgliedern der Rudergruppe, die sich nicht mit Schwimmwesten gesichert hatten. Die anderen Teilnehmer des Ausflugs wurden am Montag vom psychologischen Dienst der Feuerwehr Göttingen betreut. Die Polizei ermittelt derzeit, ob der Witzenhäuser Bootsverleiher die Gruppe über mögliche Risiken der Fahrt aufgeklärt hat.


Originalmeldung des Feuerwehrvereins Hann. Münden (mit Fotos)
Originalmeldung des Kreisfeuerwehrverbands Göttingen (mit Fotos)
Originalmeldung des Technischen Hilfswerks vom 10.05.2004 (mit Fotos)
Originalmeldung der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine, 1. Artikel
Originalmeldung der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine, 2. Artikel