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+++ Ausweisung neuer Naturschutzgebiete vorgesehen
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Die HNA berichtet in ihrer Online-Ausgabe vom 3. Dezember 2003
über die von Landrat Schermann angekündigte Ausweisung
neuer Naturschutzgebiete im Raum Hann. Münden, in die auch
Flächen im Hedemündener Forst einbezogen werden sollen.
Nach Angaben des Landrates sollen alle im Landkreis Göttingen
vorhandenen "Flora-Fauna-Habitat-Gebiete" (FFH-Gebiete
= Flächen, die bestimmte Kriterien als Lebensraum für
schützenswerte Tier- und Pfanzenarten aufweisen) mittelfristig
in Naturschutzgebiete umgewandelt werden. Auf dem Gebiet des ehemaligen
Kreises Münden wurden dem Land Niedersachsen bisher rund 1.500
Hektar an FFH-Flächen gemeldet. Obwohl gesetzlich nicht zwingend
vorgeschrieben, sollen diese von der heutigen Schutzkategorie "Landschaftsschutzgebiet"
in die Kategorie "Naturschutzgebiet" umgewandelt werden.
Landrat Schermann setzt mit der Unterschutzstellung die bisherige
Praxis zugunsten des Naturschutzes konsequent fort: von den im Landkreis
vorhandenen FFH-Gebieten wurden bereits fünf als Naturschutzgebiete
ausgewiesen, in vier weiteren Fällen läuft derzeit das
Ausweisungsverfahren. Zusätzlich zu diesen Gebieten sollen
nun auch die FFH-Gebiete im Göttinger, Reinhäuser und
Hedemündener Forst als Naturschutgebiete ausgewiesen werden.
Mit der beabsichtigten Änderung rücken die Schutzansprüche
an den Natur- und Landschaftsraum stärker in den Mittelpunkt,
während die forstwirtschaftlichen Nutzungsansprüche an
den betreffenden Waldflächen eingeschränkt werden müssten.
Aus diesem Grund folgte der Mitteilung des Landrates teilweise erheblicher
Protest von Waldeigentümern, begleitet von vereinzelten skeptischen
Äußerungen der zuständigen Revierförster.
Mündens Bürgermeister Burhenne wehrt sich entschieden
gegen die Ausweisung der Naturschutzgebiete und kündigte an,
beim Land Niedersachen Widerspruch einzulegen: "Ich bin erstaunt,
dass der Landkreis solche Vorschläge macht. Ich lehne eine
Unterschutzstellung entschieden ab". Der Leiter des Forstamtes
Kattenbühl, Peter Martin, sieht sie Situation weniger bedenklich,
meldet dennoch Zweifel an der vorgesehenen Praxis an: "Man
hätte sich auf die wertvollsten Bereiche beschränken sollen.
Wenn [es zur Ausweisung der Naturschutzgebiete kommen sollte] müssen
diese finanziellen Ausfälle vom Land entschädigt werden".
Andere Erfahrungen mit der Ausweisung von Naturschutzgebieten in
seinem Revier hat Manfred Budde, Förster im Dransfelder Stadtwald,
gemacht: "Teile unseres Waldes am Ossenberg stehen bereits
seit Mitte der 90er Jahre unter Naturschutz. Die Schutzgebietsverordnung
schränkt uns bislang nicht ein und wir können damit gut
leben". Sollten sich jedoch durch die geplante Schutzgebiets-Ausweisung
Veränderungen ergeben, die die Waldwirtschaft eingeschränkten
würden, könnte dies Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit
des gesamten Forstbetriebes haben.
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