Ein dicker Fisch im digitalen Netz
Auf ihrer Homepage stellen Hedemündener ihren Heimatort
vor - in außergewöhnlicher Vielfalt
Von Michael Kleiser
HEDEMÜNDEN. Hannoversch Münden-Hedemünden? Schon
manch einer mag ob der richtigen Aussprache dieses ungewöhnlichen
Ortsnamens seine Zweifel bekommen haben. Abhilfe schafft eine
inoffizielle Homepage Hedemündens, die nicht nur die korrekte
Artikulation des Namens klärt.
Neben der offiziellen Ausspracheregelung für
Radiomoderatoren des Westdeutschen Rundfunks finden sich hier
zahlreiche Anekdoten, Informationen, Statistiken und Fotos.
Der Ort an der Werra wird dem Nutzer in vielen Facetten dargeboten.
Webmaster Thomas Robbin (33) ist zusammen mit
seinen zwei Freunden Karsten Kiene und Thomas Speck verantwortlich
für Inhalt und Gestaltung der Internetseite. Der gebürtige
Hedemündener, der inzwischen in Gelsenkirchen lebt, begann
mit seinem Hobby 1995 an der Universität Dortmund bei
einem Internetkurs. 2000 fassten er und seine Freunde den
Entschluss, selber eine Internetseite zu erstellen und wählten
ihren Heimatort aus. Noch im gleichen Jahr wurde die Seite
ins Internet gestellt. "Über die Jahre ist die Seite
immer mehr gewachsen, so dass auf lange Sicht ein Online Archiv
unseres Geburtsortes entsteht", beschreibt der Diplom-Ingenieur,
der fast täglich an der Homepage arbeitet.
Die kontinuierliche Arbeit sei notwendig, um
stets aktuelle Nachrichten präsentieren zu können.
Quelle für seine Informationen sind neben Zeitung und
Internet, auch Familie und Freunde. "Die Aktualität
halte ich für eines der besonderen Merkmale der Seite",
sagt der Stadtplaner. So habe man die zurückliegenden
Wahlen, etwa die Landtagswahlen 2003, direkt am Wahltag ausgewertet
und Hedemündener Ergebnisse unmittelbar veröffentlicht.
Aus aller Welt hätten ihm Einheimische
schon Rückmeldungen zukommen lassen. Auswanderer und
Weggezogene schätzten die Möglichkeit, sich über
Geschehnisse in und um Hedemünden auf dem Laufenden zu
halten. So auch Robbin, der einige der Auswärtigen sogar
in einer gesonderten Rubrik samt Kontaktadresse vorstellt.
Auch für ihn persönlich sei die Arbeit
an der Homepage ein guter Weg, Kontakt zur Heimat zu halten,
so der 33-Jährige.
Beeindruckend an der privat erstellten Homepage
ist nicht nur ihre Aktualität. So finden sich auch Artikel
über die Entstehung des Ortsnamens von Hademinni (1229)
über Hedemynnen (1509) bis zur heutigen Version Hedemünden
und zugehörige Deutungen des Namens. Lotze etwa nahm
an, der Ort habe seinen Namen von der Mündung des Hädebaches
in die Werra. Ebenso vielfältig wie interessant sind
Daten und Fakten des Dorfes, das im Jahre 1992 sein 750 jähriges
Jubiläum feierte. In dieser Rubrik lässt sich so
einiges über Flächennutzung und Infrastruktur, sowie
zur Entwicklung der Einwohnerzahl in Erfahrung bringen.
Diese Vielfalt kommt gut an. Seit der Veröffentlichung
der Seite kann sich Robbin über ein steigendes Interesse
freuen.
Doch der Bauassessor ruht sich nicht auf dem
Erfolg aus. Er und seinTeam planen schon weitere Rubriken
und wollen die bestehenden teilweise erweitern. "Ich
würde gerne Unterkünfte, die von Privatpersonen
vermietet werden, mit aufnehmen." Viele Menschen würden
auf der Durchreise einen Zwischenstopp in Hedemünden
einlegen, da es direkt an der Autobahnabfahrt liege. Auch
das Bilderarchiv sei durchaus noch verbesserungswürdig.
Zwar ist die Menge an archivierten Bildern - es sind knapp
1500 Stück - schon äußerst umfangreich. "Wir
müssen sie aber noch besser sortieren", so der 33-Jährige.
Des weiteren werde stetig an der Verbesserung und Erweiterung
der Geschichte-Rubrik gearbeitet, die erst kürzlich um
einen Text mit dem Titel "Die Ur- und Frühgeschichte
Hedemündens" erweitert wurde.
Die Aktualität seiner Seite stellte
Robbin am vergangenen Wochenende mit einem Bericht über
den Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 (HNA berichtete) unter
Beweis.
|