+++ Schon wieder Ärger mit der Deutschen Post AG +++

Nicht genug, dass die Hedemündener Postfiliale vor kurzem geschlossen worden ist, jetzt wurden auch noch Briefkästen im Ort entfernt. Über diese nochmalige Verschlechterung der Serviceleistungen der Deutschen Post AG berichtet die HNA in zwei Artikeln am 8. und. 9. April 2003.

Während die HNA am 9. April vor allem die Situation in der Kernstadt darstellt und den Mündener Bürgermeister Klaus Burhenne mit den Worten "Irgendwer bei denen muss einen Blackout haben. Die Post hat doch einen öffentlichen Auftrag, oder sollte sich zumindest an ihren Anspruch erinnern, ein Dienstleister zu sein. Die sollten mal ihre Führungsetage auswechseln, damit wir endlich wieder so etwas wie Kundenorientierung erkennen" zitiert, behandelt der Artikel vom 8. April die Lage in Hedemünden.

Am vergangenen Montag (7. April) sei - nach Aussagen des Hedemündeners Bernd Jäger - der Briefkasten in der Rathausstraße von Mitarbeitern der Post AG abmontiert worden. Weder die Anwohner noch die Stadt Hann. Münden seien von diesem Vorgehen im Vorfeld verständigt worden. Dies bestätigte auch der Bürgermeister. Erst am Tag der Entfernung der Briefkästen habe die Post per Wurfsendung über die derzeit bundesweit laufende Ausdünnung der Briefkästen informiert.

Ein Sprecher der Post AG begründete gegenüber der HNA die Vorgehensweise damit, dass innerbetriebliche Abläufe optimiert werden sollen. Bei einer im letzten Jahr bundesweit durchgeführten Untersuchung seien die kostenintensiven und unwirtschaftlichen Briefkastenstandorte ermittelt worden. Diese Briefkästen sollen nun entfernt werden, sofern dadurch nicht die gesetzlich vorgeschriebene Höchstentfernung von 1.000 Metern zu den umliegenden Wohnungen unterschritten werde.

Die Situation in Hedemünden und den anderen Mündener Ortsteilen stellt keine Besonderheit dar. In einem Artikel des Magazins Stern vom 7. April ist die Rede von rund 9.000 Gemeinden, die durch die Maßnahmen betroffen seien. Die Post AG spricht nicht von einer Verschlechterung für die Bevölkerung, sondern bezeichnet die gesetzlichen Anforderungen an die Erreichbarkeit von Briefkästen sogar als 'übererfüllt'. In der Regel, so die Post, werden die meisten Kunden künftig in einem Radius von 500 Metern einen Briefkasten finden. Rücksicht werde auf besondere Bereiche wie Altenheime und Krankenhäuser genommen. Hier sollen die vorhandenen Briefkästen weitgehend erhalten bleiben.

Dies scheint allerdings ein leeres Versprechen zu sein, denn der bisher vor dem Mündener Vereinskrankenhaus angebrachte Briefkasten ist bereits abmontiert worden. Jetzt haben, so die HNA, Kranke nicht einmal mehr die Möglichkeit, ihren Familien ein paar Zeilen zu schreiben. Auch die im Stern-Artikel angekündigte Ausweitung 'alternativer Methoden', also etwa die Möglichkeit, Briefe in die Autos der Paketzusteller einwerfen zu können, dürfte den Service nicht gerade verbessern. Denn wer hat schon die Zeit, dem Zustellwagen aufzulauern?

Manfred Herresthal vom Deutschen Verband für Post und Telekommunikation e.V., einer Interessenvereinigung der Postbenutzer, erläutert, dass es kaum Möglichkeiten gebe, sich gegen die Rationalisierungsmaßnahmen der Post AG zu wehren, solange die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Trotz dieser Gewissheit hat Bürgermeister Klaus Burhenne angekündigt, der Führung der Post AG einen bitterbösen Brief zu schreiben. Postnutzer können sich, darauf weist Manfred Herresthal hin, bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post beschweren. Innerhalb der nächsten vier Wochen können sich Postkunden zudem unter der Telefonnummer (01802) 323 323 nach dem für sie nächsten Briefkasten erkundigen.


Quelle: HNA Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) - 08./09.04.2003

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