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+++ Weitere Kritik an Plänen der Deutschen
Bahn AG +++
Nachdem vor einer Woche bekannt wurde, dass die Bahn
AG beabsichtigt, den Hedemündener Bahnhof wegen gestiegener
Kosten nicht umzubauen (siehe Meldung vom
15.02.2003), regt sich weiterer Widerstand gegen die jetzt vorgelegten
Planungen.
Gegen eine Verlegung des Haltepunktes an die Steinstraße spricht
sich nun auch der Behindertenbeauftragte der Stadt Hann. Münden,
Jürgen Beverförden, aus. Darüber berichtet die HNA
in ihrer Ausgabe vom 22.02.2003. Als "Frechheit" bezeichnete
Bevervörden vor allem den plötzlichen Richtungswechsel
der Bahn, welcher ohne Einbeziehung der politischen Gremien und
der Bürgerschaft vollzogen worden sei. Er brachte die Situation
folgendermaßen auf den Punkt: Entweder ihr akzeptiert
eine Haltestelle an der Steinstraße oder ihr bekommt gar nichts
und forderte, dass man sich solchen Umgang nicht gefallen lassen
dürfe.
In frühzeitigen Gesprächen mit dem Ortsrat,
an denen auch Bevervörden teilnahm, sei als Grundvoraussetzung
für den Umbau der Bahnsteige immer eine behindertengerechte
Lösung angestrebt worden. Der Nordhessische Verkehrs--Verbund
(NVV) habe zudem dargelegt, dass er sich an einem Umbau nur dann
finanziell beteiligen werde, wenn dieser behindertengerecht erfolge.
Die Realisierung eines neuen Haltepunktes unter behindertenfreundlichen
Bedingungen kann sich Bevervörden am Standort Steinstraße
nicht vorstellen: Wir haben einen Bahnhof und sollen nun darauf
verzichten, um an anderer Stelle was Neues aus dem Boden zu stampfen."

Karikatur aus der HNA vom 22.02.2003
Auch vom SPD-Stadtbezirk Hedemünden wird inzwischen Kritik
an den Plänen der Bahn geäußert. Sprecher Udo Bethke
hält die Begründung der Bahn AG, die Kosten für Weichen
und Signalanlagen schlichtweg vergessen zu haben, für unverständlich.
Er weist auf eine weitere Forderung der Bahn hin: für die Umsetzung
der Umbaumaßnahmen im Bereich des heutigen Bahnhofs habe die
Bahn darauf gedrungen, dass das Industriegleis des Sägewerkes
Koppe stillgelegt werden müsse. Das Unternehmen habe sich -
schweren Herzens - dazu bereit erklärt, auf den Gleisanschluss
zu verzichten, um den Haltepunkt an dieser Stelle zu ermöglichen.
Auf Anfrage der HNA berichtet Christian Koppe, Mitinhaber und Mitglied
der Geschäftsführung, dass die Verträge bereits gekündigt
worden seien. Die Bahn werde außerdem von seinem Unternehmen
den Rückbau in den Zustand von 1970/71 fordern. Darüber
hinaus sind noch zwei weitere Industriegleise betroffen. Selbst
wenn nun ein gänzlich neuer Haltepunkt an der Steinstraße
gebaut werden sollte, wird eine Weiternutzung der Industriegleise
nicht mehr möglich sein, da die Bahn kein Interesse mehr daran
hat.
Der Mündener Bürgermeister Klaus Burhenne wird jetzt
aufgefordert, die politischen Vertreter der Region Südniedersachsen
- also die Landtags- und Kreistagss-Abgeordneten - einzuschalten.
Diese sollen sich dann auf politischer Ebene für die Bereitstellung
der für eine sinnvolle Bahnhofslösung notwendigen finanziellen
Mittel einsetzen.
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