Hedemünden-Newsletter Nr. 3 | Januar 2004

Rückblick auf das Jahr 2003 in Hedemünden

Der Newsletter Nr. 3 beschäftigt sich einzig mit einem Thema: dem Rückblick auf das vergangene Jahr in Hedemünden, denn wieder ist ein Jahr in der nunmehr 986-jährigen Geschichte Hedemündens vergangen, in dem bedeutende Ereignisse stattfanden, auf die sich ein Rückblick lohnt:

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1.     Ende der Hedemündener Post nach 146 Jahren
2.     Der Bahnhof soll verlagert werden
3.     Zweite Begehung der Hedemündener Ortsgrenze
4.     Die Veranstaltungen des Jahres 2003
5.     Das Wetter 2003 - Hochwasser und Hitzerrekord
6.     Was sich sonst noch ereignete...
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1. Ende der Hedemündener Post nach 146 Jahren
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Der endgültige und ersatzlose Rückzug der Deutschen Post AG aus Hedemünden zählt sicherlich zu den bedeutendsten Ereignissen des vergangenen Jahres. Nach insgesamt 146 Jahren verließ der einstige Staatsbetrieb am 31. Januar endgültig den Ort und hinterließ dazu auch noch ein eingeschränktes Netz an Briefkästen.

Anfang April überraschte die Post AG mit dem Abbau des angeblich unwirtschaftlichen Briefkastens in der Rathausstraße. Gerade für ältere Einwohner ist dies eine erhebliche Verschlechterung, entspricht aber voll und ganz den Vorschriften der Post, wonach eine Entfernung von bis zu 1.000 Metern als zumutbar angesehen werden. Ein kleiner Trost ist lediglich die Tatsache, dass Hedemünden eine von rund 9.000 Gemeinden bundesweit ist, die ebenfalls von diesem Problem betroffen sind.

Versuche, die verloren gegangenen Postdienstleistungen in den Verkaufsräumen der Fleischerei Kremski im Oppertor anzubieten wurden vom Veterinäramt des Landkreises Göttingen kurz nach der Eröffnung im Juni unterbunden. Zur Einhaltung der hygienischen Standards wäre ein teurer Umbau der Verkaufsräume erforderlich gewesen, den die Betreiber der Fleischerei nicht tragen konnten. Überlegungen, die Poststelle im Möbelhaus Henze einzurichten, scheiterten - aus schwer nachzuvollziehenden Gründen - an der Post AG.

Festzuhalten bleibt also, dass Hedemünden und die umliegenden Orte seit fast einem Jahr ohne Postdienstleistungen auskommen müssen. Ob das neue Jahr eine Lösung bringt, wird sich zeigen...


2. Der Bahnhof soll verlagert werden
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Kurz nachdem die Post AG ihre Hedemündener Filiale geschlossen hatte folgte die nächste Überraschung eines anderen, ebenfalls privatisierten Staatsunternehmen, der Deutschen Bahn AG.

Im Februar erfuhr die Hann. Mündener Stadtverwaltung, dass der Hedemündener Bahnhof möglicherweise geschlossen werden soll. Zwar soll Hedemünden weiterhin einen Haltepunkt für Züge des Nahverkehrs behalten, jedoch voraussichtlich an einem neuen Standort an der Steinstraße.

Bereits seit 1997 wurden von der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) verschiedene Varianten für einen Umbau des Hedemündender Bahnhofs entwickelt. Ziel der Planungen ist eine Erhöhung der Sicherheit und der behindertengerechte Ausbau der Bahnsteige. Die Finanzierung der Umbaumaßnahmen sollte aus Mitteln der LNVG erfolgen.

Erst jetzt stellte sich heraus, dass zusätzlich zu den baulichen Maßnahmen auch eine neue Signalisierung notwendig wird, für die jedoch keine Mittel zur Verfügung stehen. Ein Erhalt des Bahnhofs am heutigen Standort wäre nur möglich, wenn die Stadt Hann. Münden die Differenz von rund 800.000 Euro übernehmen würde.

Da der städtische Haushalt ein solches Engagement nicht zulässt, soll der Haltepunkt in den Bereich der Steinstraße verlagert werden, da in diesem Fall keine Mehrkosten entstehen würden. Bei dieser Lösung bleiben allerdings viele Fragen offen, die bisher nicht geklärt sind, etwa die Belastung der umliegenden Wohngebiete, die nicht-behindertengerechte Unterführung und mangelnder Parkraum.

Eine abschließende Entscheidung über die Verlagerung des Bahnhofs ist bisher nicht gefallen, auch in diesem Fall ist abzuwarten, was das neue Jahr bringt...


3. Zweite Begehung der Hedemündener Ortsgrenze
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Im Juni 2003 wurde die zweite Grenzbegehung durchgeführt, nachdem diese jahrhundertealte Tradition anlässlich der 975-Jahrfeier Hedemündens im Jahr 1992 wiederbelebt worden war.

Ursprünglich dienten die Grenzbegehungen dazu, den noch nicht vermessenen und durch Markierungen gekennzeichneten Grenzverlauf abzuschreiten und im Bewusstsein der Ortsbevölkerung zu verankern. Heute liegen die Gemeindegrenzen zweifelsfrei fest, so dass die Grenzbegehungen nunmehr andere Funktionen erfüllen. Es handelt sich dabei um ein Ereignis, mit dem die guten Verbindungen zu den Hedemündner Nachbarn, Geschäftsfreunden, Verwaltungen, Mitarbeitern und anderen Institutionen, Vereinen und Verbänden aufrecht erhalten und gepflegt werden sollen.

Zahlreiche Hedemündener nahmen an der Grenzbegehung 2003 teil, die in zwei Gruppen eine östliche und eine westliche Route abwanderten und schließlich an einem gemeinsamem Treffpunkt zusammentrafen. Jeder einzelne der insgesamt 131 Grenzsteine wurde während der Begehung in teilweise schwierigem Gelände aufgesucht.

Die Pflege der Steine erfolgt durch Paten. Bei der vorletzten Grenzwanderung im Jahr 1992 wurden bereits für alle Steine Patenschaften vergeben. Da jedoch im Laufe der letzten Jahre durch Tod und Aufgabe der Patenschaften insgesamt 41 Grenzsteine frei geworden waren, fand in diesem Jahr wieder eine Versteigerung von Grenzsteinen statt, die sehr erfolgreich verlief, so dass für alle Steine neue Paten gefunden werden konnten.


4. Die Veranstaltungen des Jahres 2003
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Die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen wie Osterfeuer, Jackenbürgerkirmes und der "etwas andere" Weihnachtsmarkt fanden auch im vergangenen Jahr wieder großen Anklang. Daneben konnte aber auch das 90-jähriges Bestehen der Hedemündener Schule am Pfuhlweg gefeiert werden.

Der Kirmesumzug mit rund 200 Teilnehmern und 16 Wagen wurde erstmalig für auswärtige Zuschauer kommentiert. Die Mottos der Vereine kamen sowohl aus der Bundespolitik ("Nix Italia, die Costa de la Werra ist doch so nah"), aber auch Hedemündener Probleme wie die Schließung der Postfiliale wurden in holprigen Reimen kommentiert ("Bürger passt auf, sonst stirbt die Kirmes auch").

Im Mai wurde das Jubiläum der Schule an ihrem Standort im Pfuhlweg mit einem Festakt gefeiert. Eine Schule gibt es in Hedemünden bereits seit 1570, nachdem mehrere Gebäude zu klein geworden waren, wurde im Jahr 1913 der Neubau am Pfuhlweg bezogen. Mehrere Anbauten kamen im Laufe der Zeit dazu und aus der ehemaligen Volksschule wurde die noch heute bestehende Grundschule. Beim Festakt in der Turnhalle wurde aus der Geschichte der Schule berichtet, ehemalige Schüler musizierten, eine Lehrerin spielte auf ihrer Geige und die Laubacher Band "querbeet" sang und spielte. Außerdem wurde eine Ausstellung mit Exponaten aus der Schulgeschichte gezeigt.

Der "etwas andere" Weihnachtsmarkt fand im letzten Jahr zwar schon zum 9. Mal statt, konnte aber mühelos an die bisherigen Erfolge anknüpfen. Die zahlreichen Besucher erlebten eine ausgelassene Stimmung und konnten unter vielen kulinarischen Angeboten und handgefertigten Artikeln auswählen. Die Mündener Rundschau verglich die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt sogar mit dem rheinischen Karneval: "umgerechnet auf die zur Verfügung stehende Fläche, die Menschenmassen und die kollektive Stimmung dürfte an den närrischen Tagen in Kölle auch nicht wesentlich mehr los sein."


5. Das Wetter 2003 - Hochwasser und Hitzerrekord
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Nicht nur als Jahr der großen Hitzewelle wird das vergangene Jahr in Erinnerung bleiben. In den ersten Tagen beunruhigte zunächst ein Hochwasser die Hedemündener Bevölkerung.

Aufgrund starker Regenfälle in den Einzugsgebieten der Werra stieg der Pegel beständig an, bis in den frühen Morgenstunden des 5. Januar ein Höchststand von 511 cm am Pegel Letzter Heller gemessen wurde. Bereits zwei Tage vorher wurde bei einem Wasserstand von 460 cm die höchste Meldestufe (Gefahr größerer Überschwemmungen) erreicht, so dass die Hedemündener Feuerwehr die Anrainer in den gefährdeten Gebieten vorsorglich mit Sandsäcken versorgte. Nach Erreichen des Höchststandes entspannte sich die Situation schnell, so dass keine Schäden verzeichnet werden mussten.

Im Sommer hatte die Hitze auch Hedemünden im Griff - Anfang August wurden Temperaturen von mehr als 36 Grad gemessen. Damit lagen die Spitzenwerte zwar unter denen in anderen Regionen, die noch stärker von der Hitzewelle heimgesucht wurden, dennoch dürfte die Erleichterung groß gewesen sein, als die Temperaturen wieder auf das Normalmaß sanken.


6. Was sich sonst noch ereignete...
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Februar: Erfolgreiche Kinder- und Jugendförderung
Der Förderverein für Hedemündener Kinder und Jugendliche berichtet über ein erfolgreiches erstes Jahr seit seiner Gründung. Mit einem Spendenaufkommen von 770 Euro und 26 Mitgliedern seien die Erwartungen an die Vereinsgründung voll erfüllt worden. Im ersten Jahr hat der Verein eine Kinderspielanimation während des Kreiselfestes und die Betreuung der Kinder während des Weihnachtsmarktes durchgeführt.

April: Verlässlich geöffnete Kirche
Die Hedemündener Michaeliskirche erhielt als eine von bislang rund 200 niedersächsischen Kirchen das Prädikat "Verlässlich geöffnete Kirche". Dazu sind Mindestöffnungszeiten von fünf Stunden an fünf Tagen in der Woche erforderlich, die in Hedemünden erfüllt werden. Auslöser für diese Aktion war der Ruf der evangelischen Kirchen, meist "verriegelt und verrammelt" zu sein.

Juli: Mehrere Einsätze der Polizei
Anfang Juli randalierten drei Männer in der Mündener Straße, entwendeten Fahrräder und verprügelten anschließend einen Passanten, der so schwer verletzt wurde, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Tatverdächtigen konnten innerhalb kurzer Zeit in der Nähe des Tatortes gefasst werden. Wenige Tage später konnten nach einer Verfolgungsjagd zwei Täter eines Einbruchs in ein Elektro- und Fernsehgeschäft in Fuldatal-Ihringshausen in Hedemünden von der Polizei gestellt werden.

November: Qualitätsprädikat für die Chorvereinigung
Beim Chorwettbewerb des Mitteldeutschen Sängerbundes gelang es der Chorvereinigung Hedemünden das Prädikat "Leistungschor" zu erringen (bzw. zu ersingen).

Dezember: Ausweisung neuer Naturschutzgebiete vorgesehen
Teile des Hedemündener Forstes, die als sogenannte "Flora-Fauna-Habitat-Gebiete" Lebensräume für schützenswerte Tier- und Pfanzenarten darstellen, sollen neben anderen Waldflächen im Landkreis Göttingen unter Naturschutz gestellt werden. Dieses Vorhaben wurde nicht von allen Seiten begrüßt und rief teilweise erheblichen Widerstand hervor.

Dezember: Kommen und Gehen bei Hedemündener Unternehmen
Während Das alteingesassene Textilhaus Taus zum 24. Dezember 2003 endgültig geschlossen wurde, kommt es am 2. Januar 2004 zu einem Wechsel in der Brückenapotheke: die Leitung des Betriebs wird an diesem Tag von Apotheker Volker Rüggeberg auf Apothekerin Tanja Schu übertragen.


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Die ausführlichen Berichte über die Ereignisse des Jahres 2003 in Hedemünden finden Sie auf der Website in der Rubrik "Aktuelle Nachrichten aus Hedemünden > Nachrichtenarchiv 2003".

Ein Service von www.hedemuenden.net

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