Wichtige Daten in der Geschichte Hedemündens

6. Dez.1017 Urkundliche Erstnennung: Kaiser Heinrich II. (der Heilige) schenkt seinen Hof Hademinni dem Benediktinerinnen-Kloster in Kaufungen (gegründet durch seine Gemahlin Kunigunde) -1-. Die Urkunde wurde in Gottern im Kreise Mühlhausen ausgestellt und befindet sich heute im Hessischen Staatsarchiv Marburg.

1210 An der Stelle einer frühmittelalterlichen Saalkirche (9. - 12. Jhd.) wIrd in diesem Jahr ein spätromanischer zweischiffiger Kirchenbau errichtet. Später erfolgen verschiedene An- und Umbauten. -2-.

1510 bauen Kirche und Gemeinde das erste Schulhaus an der Kirchhofsmauer. -3-

1576 wird eine Gilde der Kaufleute erwähnt. -4-

1579 Herzog Erich hat nach einem Memorial aller privilegien dero von Hedemünden, ... mit der gerechtigkeit schuster und Becker gilde jetzo privilegirt. -5- (Ein Gesuch der Hedemündener Handwerksmeister aus dem Jahre 1828 um Ausstellung eines Gildebriefes wurde abschlägig beschieden. In diesem Gesuch erscheint kein Hinweis auf den Bestand von Gilden in früherer Zeit.)

1589 Herzog Heinrich Julius gestattet dem Flecken Hedemünden die Erhebung eines Kaufgeldes auf fremde Biere (Schankrecht) und die eigene Brauerrei (Braurecht). -6-

1645 wurde Hedemünden erstmalig von Herzog Christian Ludwig mit der Bestätigung seiner Privilegien als Stadt bezeichnet. -7-

1677 werden Jagdrechte mit der Bestätigung aller Privilegien gewährt.

1731 entstand ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnungen auf dem "Friedhof" hinter der Michaeliskirche. -8-

1860 erhält die Stadt Hedemünden als sogenannte amtssässige Stadt eine Verfassung.

1871 Beim Bau der Eisenbahn von Halle nach Kassel über Hedemünden wurde der nördliche der beiden großen urgeschichtlichen Grabhügel abgetragen, während der zweite, der sogenannte Haaghügel - zwar beim Straßenbau am Rand beschädigt - aber zum größten Teil noch erhalten ist. Er ist der größte urgeschichtliche Grabhügel in Südniedersachsen.

1913 Umzug der Schule in das neu gebaute Schulhaus am Pfuhlweg.

1930 Hedemünden verzichtet auf die Stadtrechte und wird wieder Landgemeinde.

1937 Bau der Autobahn von Frankfurt zunächst bis Göttingen. Die Weiterführung nach Norden erfolgte erst nach dem zweiten Weltkrieg.

1962 Nach Erweiterungsbauten der Schule und dem angegliederten Bau einer Turnhalle wurde 1963 die Mittelpunktschule für die (Oberstufenjahrgänge (5.-9. Schuljahr) der Ortschaften Hedemünden, Oberode, Laubach, Lippoldshausen und Wiershausen gebildet.

1973 lnfolge der Gebiets- und Verwaltungssreform in Niedersachsen wird Hedemünden in die Stadt Münden eingemeindet, während der Altkreis Münden im Großkreis Göttingen aufgeht. Damit hängt die Überführung der 5. Bis 9. Jahrgänge der Mittelpunktschule Hedemünden in die Hauptschule Hannoversch Münden zusammen. Gleichzeitig werden, nachdem die Laubacher Schule schon vorher integriert worden war, die Grundschulen Oberode und Lippoldshausen ebenfalls in die nun entstandene Hedemündener Mittelpunkt-Grundschule eingegliedert.

1992 975-Jahr-Feier Hedemündens (Fotos in der Bilderdatenbank)

1995 Fertigstellung der Ortsumfahrung und Beginn des Rückbaus der ehemaligen Bundestraße 80, Durchführung von Dorferneuerungs-Maßnahmen im historischen Ortskern.


ANMERKUNGEN:

1 Heinrich der II. starb 1024 in der Pfalz Grona bei Göttingen. Sein Leichnam und der von Kunigunde befinden sich je in einem Sarkopharg im Dom zu Bamberg in der Nähe des Bamberger Reiters (vgl. auch: Heinrich Hampe, Hedemünden. Aus der Geschichte einer kleinen Ackerbürgerstadt bis zu ihrem Verzicht auf die Stadtrechte 1930, S. 54 - 56)
2 vgl. Fr. Wulf in: Hampe, Hedemünden, S. 50
3 vgl. Friedrich Wolf, Chronik von Hedemünden. Nach amtlichen Urkunden zusammengestellt, S. 4
4 vgl. Geliebtes Land an Fulda, Werra, Weser, S. 60
5 vgl. Hampe, Hedemünden, S. 113
6 vgl. Hampe, Hedemünden, S. 223
7 vgl. G. Pischke, in Hampe, Hedemünden, S. 68
8 vgl. Hampe, Hedemünden, S. 148