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Huldigung
an Hedemünden
Wer
kennt den Ort? Wer war schon dort,
wo Waldes Wipfel rauschen,
wo Schmetterling und bunter Fink
zart Frühlingsgrüsse tauschen.
Wer
kennt die Höhn wo Sturm und Föhn
mit Federwölklein spielen,
der Himmbel blaut, das Aug weit schaut,
der Bussard kreist nach Zielen.
Des
Werrastromes Silberflut
nährt Feld und Au und Matten.
Auf Felsen gleisst der Sonne Glut,
indes im Hägen Schatten.
Vom
Tremmberg bis zum Sudholz hin
schwingt sich der Hügel Kette,
und Fuchs- und Steinberg geben Sinn
der Ahnen Wirkungsstätte.
In
Sturmnacht jagt am Hackelberg
Gott Wotan durch die Lüfte.
Die Osterfeuer treiben zurück
die Geister in die Klüfte.
Im
Karnegrund das Rehwild wohnt,
der Landmann pflügt die Raine.
Im weiten Grund die Andacht trohnt
durch Wiesen bunt und Haine.
Am
Rothenberg der Kuckuck ruft
die Wachtel ihn begleitet.
Und jubiliernder Vogelsang
den Feiertag einläutet.
Vom
Hainroth schweift der freie Blick
weit in das Land der Hessen.
Wer einmal hier die Träume spann,
hat Welt und Leid vergessen.
Des
Werders tief smaragden Grün,
der Schäflein fette Weide,
des Gänseangers leuchtend Blühn
sind froher Augen Freude.
Der
Lärchen süsser Jubelschlag
singt Ehr und Preis der Sonne,
das Hedebächlein murmelt sanft,
Gott gab uns all die Wonne.
Der
Autobahnen breites Band
grüsst neigend Deine Wälder,
Dich, zauberschönes Werraland,
Dein lieblich Flurn und Felder.
Hier
herrscht der Ahnen Biederkeit,
zum schlichten Wort steht Treue.
Der Werkmann ist voll Redlichkeit,
verschmäht der Arglist Schleue.
Oh
Hedemünden, Heimatort,
Du meiner Wünsche Träume,
die Sehnsucht treibt nach Dir mich fort,
oh Werrawelle schäume.
Gott
segne Dich, mein Heimatland,
sei ewig Dir beschieden
aus seiner starken Wunder
des süssen Glückes Frieden.
Wenn
mir die letzte Stunde schlägt,
da ich die Welt muss lassen,
mein brechend Auge wird noch schauen
Dein Kirchlein, Deine Gassen.
Gedichtet am 30. September 1949 von Dr. Robert Maemecke, geboren
am 13. Juli 1909 in Bückeburg und dort gestorben am 25.
August 1980. Ein Heimatlied singbar nach der Melodie: Stimmt
an mit hellem hohen Sang, etwas getragener singen.

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