2 Vorgehensweise

Nachdem die Beschlüsse von Orts- und Stadtrat vorlagen, konnte mit der Beauftragung eines Ingenieurbüros für die Durchführung der vorbereitenden Untersuchungen und der Erarbeitung eines Maßnahmenkonzeptes begonnen werden. Das Architektur- und Stadtplanungsbüro Joachim Deszcyk aus Hannover erhielt den Auftrag. Da es sich bei der Dorferneuerung um eine komplexe planerische Aufgabe handelt, wurde eine Organisationsstruktur gewählt, die es erlaubte, eine Vielzahl von gesellschaftlichen Gruppen frühzeitig in den Planungsprozess einzubeziehen. Neben der obligatorischen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in mehreren Bürgerversammlungen und der von der Planung berührten Träger öffentlicher Belange wurden in einem regelmäßig tagenden Arbeitskreis Vertreter der Bürgerschaft, aus Politik und Verwaltung sowie dem beauftragten Planungsbüro beteiligt.

Die Stadt Münden beantragte am 18. Januar 1989 bei der Bezirksregierung Braunschweig die Aufnahme Hedemündens in das Dorferneuerungsprogramm des Landes. Schon am 12. April 1989 erhielt die Stadt den Bewilligungsbescheid und konnte anschließend das Planungsbüro mit der Erarbeitung des Dorferneuerungsplanes beauftragen. Am 30. November 1989 fand die erste Bürgerversammlung statt, in der die Inhalte und Ziele der Planung erläutert wurden. In der zweiten Bürgerversammlung am 30. August 1990 wurden allgemeine Empfehlungen zur Planung und Gestaltung von Haus, Hof und Garten gegeben. Die Vorstellung der Planungsergebnisse erfolgte in der dritten Bürgerversammlung am 26. August 1991.

Vom Planungsbüro Deszcyk wurden in einer sehr umfangreichen Bestandsaufnahme Grundlagen über die historische Entwicklung Hedemündens, die naturräumliche Gliederung, das Ortsbild, Bautypologien, die Grün- und Freiraumsituation und die verkehrliche Situation erhoben. Daneben erfolgte die Auswertung von Vorgaben verschiedenster Planungsträger, zum Beispiel der Land- und Forstwirtschaft, der Wasserwirtschaft oder der Denkmalpflege. Es erfolgte jeweils eine Bewertung der Kriterien nach Mängeln und Chancen für die zukünftige Entwicklung, aus der dann Planungsziele und –maßnahmen abgeleitet werden konnten. Innerhalb des Arbeitskreises Dorferneuerung wurden die Ziele diskutiert und als Ergebnis schließlich ein umfangreiches Handlungskonzept, der Dorferneuerungsplan, erstellt.


Quellenangabe:
Autor: Thomas Robbin, Dezember 2001. Die Informationen wurden entnommen aus: Dorferneuerung Hedemünden - Bestandsaufnahme und Planungskonzept, Dipl.-Ing. Architekt Joachim Desczyk, Hannover/Hedemünden 1991
Ein Exemplar des Dorferneuerungsplanes befindet sich zur Einsicht in der Ortsbücherei Hedemünden.


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